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Hitlers Uhr Hype

Der neue SPIEGEL befasst sich mit Hitlers Uhr. Der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann fordert die Bundesregierung auf, die Rückgabe der von den Nazis geraubten Kunstgüter zu forcieren. - Ist das wirklich ein Thema, dass die Welt bewegt?

 

 

Der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann fordert die Bundesregierung auf, die Rückgabe der von den Nazis geraubten Kunstgüter zu forcieren. "Der Gesetzgeber muss die Rückgabeansprüche konkretisieren", sagte Naumann dem SPIEGEL. Zudem müsse mehr Geld für Provenienzforschung an deutschen Museen eingesetzt werden. Der Ex-Staatsminister regt an, zehn Millionen Euro aus dem Etat für das geplante Sudetendeutsche Museum für diesen Zweck zu verwenden.

In deutschen Museen lagern noch immer Tausende Kunstwerke, die einst von den Nationalsozialisten aus ganz Europa nach Deutschland gebracht wurden und deren Herkunft nicht geklärt ist. Der Bund hat bisher 84 Projekte zur Provenienzforschung angeschoben, allerdings gibt es in Deutschland 6300 Museen. Der Personalmangel ist dramatisch: In den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen soll eine einzige Fachkraft die Herkunft von 4400 Gemälden und 770 Skulpturen prüfen, die nach dem Machtantritt der Nazis 1933 in die Bestände aufgenommen wurden.

In Bayern stieß der SPIEGEL bei seinen Recherchen auf zahlreiche Erbstücke führender Nationalsozialisten. Im Depot der Pinakothek der Moderne in München fand sich unter der Inventarnummer 471/96 eine Brillantuhr, die Adolf Hitler 1939 seiner Geliebten Eva Braun zum 27. Geburtstag schenkte, versehen mit einer persönlichen Widmung. Die Münchner verwahren auch zahlreiche Stücke aus dem Besitz Hermann Görings: Krawattenringe aus Platin, Manschettenknöpfe aus Gold, einen Ring mit Brillanten sowie einen goldenen Champagnerbecher. Außerdem stieß der SPIEGEL auf eine goldene, brillantverzierte Zigarettendose mit Widmung von 1940: "Voller Glück und Stolz gratulieren zum ,Reichsmarschall' in inniger Liebe Emmy und Edda" – Görings Ehefrau und seine Tochter. In München liegt auch ein silbernes Essbesteck des "Führers".

Der Freistaat Bayern verkaufte laut SPIEGEL nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Villen aus dem ehemaligen Besitz führender Nationalsozialisten unter Wert. Damit wurden die Opfer des Hitler-Regimes oder deren Erben um höhere Entschädigungssummen gebracht.

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