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Rogoff: Euro überlebt nur in politischer Union

Starökonom Rogoff fordert politische Union für die Euro-Zone.  "Die Euro-Zone kommt mir vor wie ein Paar, das nicht heiraten will, sich aber gegenseitig Zugriff auf seine Bankkonten gibt. Das funktioniert nicht."

 

Der amerikanische Starökonom und Harvard-Professor Kenneth Rogoff hält eine politische Union für notwendig, um den Euro dauerhaft zu retten. "Die Euro-Zone kommt mir vor wie ein Paar, das nicht heiraten will, sich aber gegenseitig Zugriff auf seine Bankkonten gibt. Das funktioniert nicht. Europa braucht eine einheitliche Politik", sagte Rogoff der Zeitung "Die Welt".

"Ich glaube, dass die Euro-Zone dramatische größere politische Integration braucht", so Rogoff weiter. "Nicht eine halbherzige Bankenunion oder die Kontrolle nationaler Staatshaushalte durch Brüssel. Sondern eine Zentralregierung, die 30 bis 40 Prozent der Steuereinnahmen bekommt, ein Präsident, der über den nationalen Staats-und Regierungschefs steht. Sonst, glaube ich, wird die Euro-Zone kein stabiles Gebäude sein."

Die Ankündigung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, die Euro-Zone  um jeden Preis zu retten habe zu "einer Blase der Ruhe" geführt, sagte Rogoff der Zeitung. "Mario Draghi hat mit seiner unkonventionellen Geldpolitik Zeit gekauft, vielleicht zwei Jahre, vielleicht auch fünf oder sieben. Aber sicher keine 20 Jahre." 

Entscheidend für die Stabilisierung der Euro-Zone sei Frankreich, so Rogoff: "Wenn das Land sich nicht reformiert und die französische Wirtschaft nicht wieder wächst, können wir alles andere vergessen. Die allererste Frage muss daher lauten: Wie bekommen wir Frankreich wieder flott?  Wenn Frankreich sich wandelt, dann kann es Europa schaffen."

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