Ägyptens Staatschef Mohammed Mursi versucht zügig, macht- und konfrontationsbewusst, das Land, das jahrzehntelang ein autokratisch regierter Garant für Stabilität in der Region gewesen war, in eine islamistische Autokratie zu verwandeln.
Kommentar in der "WELT"
Man kann es Chuzpe nennen. In seinem Land branden seit etlichen Tagen Proteste auf, weil Staatspräsident Mohammed Mursi die anfangs an den Tag gelegte Zurückhaltung längst abgelegt hat; weil er – je länger, desto unmissverständlicher – deutlich gemacht hat, dass er seine Mitgliedschaft in der islamistischen Muslimbruderschaft nur pro forma niederlegte.
Sehr macht- und konfrontationsbewusst versucht er zügig, das Land, das jahrzehntelang ein autokratisch regierter Garant für Stabilität in der Region gewesen war, in eine islamistische Autokratie zu verwandeln – man kann ihm wirklich nicht nachsagen, er habe Respekt vor Institutionen und Gewaltenteilung.



