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Italien blockiert, Euro schockiert

Italien droht nach Parlamentswahl Blockade. Euro runter. Banken wieder schwächer. Krugman: Deutschland ist schuld.

 

Bei den Parlamentswahlen in Italien hat das Mitte-Links-Bündnis um den sozialdemokratisch orientieren Pier Luigi Bersani die Wahl zum Abgeordnetenhaus zwar knapp gewonnen, dennoch droht dem Land eine politische Blockade. Bersanis Lager erreichte 29,54 Prozent der Stimmen, das Mitte-Rechts-Bündnis des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi erzielte 29,18 Prozent, teilte das Innenministerium in Rom in der Nacht mit. Insgesamt betrug der Abstand nur knapp 125.000 Stimmen.

Die Protestbewegung des Komikers Beppe Grillo erzielte mit 25 Prozent einen Überraschungserfolg, das Bündnis des bisherigen Regierungschefs Mario Monti kam auf knapp elf Prozent. Die stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus erhält in Italien automatisch auch die absolute Mehrheit der Sitze. Allerdings kann Bersani trotzdem nicht alleine regieren: Im Senat, der zweiten Kammer des Parlaments, konnte nach Auszählung fast aller Stimmen nämlich keines der Lager die nötige Mehrheit der Sitze auf sich vereinen. Bersani wird voraussichtlich auf die Unterstützung von Berlusconi oder Grillo angewiesen sein. Noch in der Nacht wurden verschiedenen Szenarien diskutiert, bis hin dazu, dass Staatspräsident Napolitano die Wahl für ergebnislos erklärt.

 

Im Vorfeld des Ergebnisses der Italien-Wahlen gingen die Aktienmärtke kräftig rauf im Hinblick auf ein NO für Berlusconi. Nach dem Patt stürzten die Börsen wieder ab. Mit dem Euro fielen auch die "Euo-sensiblen" Werte wie Banken. Deutsche Bank und Commerzbank konnten ihre Gewinne nicht halten. Der Euro fiel auf fast 1,30, Tendenz weiter schwach.

In den Wirren um die Italienwahl meldete sich auch US-Ökomom Paul Krugman. Krugman hat die "nördlichen" Europäer, also vor allem Deutschland, für ihre Politik gegenüber dem Süden gegeißelt. Seiner Meinung nach tragen sie eine große Mitverantwortung nicht nur für die wirtschaftlichen, sondern auch für die politischen Probleme im Süden, weil sie den schwachen Ländern eine Sparpolitik aufgezwungen haben, die nicht funktioniert.

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