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Beppe Grillo: Italien ist de facto raus aus Euro

Beppe Grillo: „Italien ist de facto schon raus aus dem Euro“. Der Überraschungssieger der Wahlen in Italien fordert eine radikale Umkehr der Politik in Italien und Europa. Grillo zu Geldsystem und Banken in einer Großveranstalung. "Sie werden uns fallen lassen wie eine heiße Kartoffel“.

 

Der italienische Politiker und Überraschungssieger der letzten Parlamentswahl, Beppe Grillo, glaubt nicht an den Verbleib Italiens in der Euro-Zone. „De facto ist Italien doch schon aus dem Euro raus“, sagte der Vorsitzende der Partei „Fünf Sterne“ in einem Interview mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Er gehe davon aus, dass auch die nordeuropäischen Staaten Italien nur so lange halten würden, „bis sie die Investitionen ihrer Banken in italienische Staatsanleihen wieder reingeholt haben. Dann werden sie uns fallen lassen wie eine heiße Kartoffel“. 

Grillo deutete eine Volksentscheidung zum Euro an. Er beschliesse einen Austritt aus dem Euro aber „nicht allein“ sondern würde „ein Online-Referendum zum Euro machen“. Genauso wie zum Vertrag von Lissabon. Dies seien „alles Themen, bei denen unsere Verfassung außer Acht gelassen wurde“. 

Im Interview rechnete Grillo mit dem bisherigen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti scharf ab. Dieser sei „ein Konkursverwalter im Namen der Banken. Statt oben bei den Topverdienern und im Staatsapparat zu kürzen, hat er den Bürgern unten höhere Steuern aufgebrummt“. 

Grillo sieht sich aber nicht als Anti-Europäer. „Europa muss keine Angst haben“, sagte er im Handelsblatt-Interview. Er fordere aber eine deutliche Umkehr und „mehr Demokratie“. Für seine Partei nimmt er in Anspruch: „Wir sind die Französische Revolution – ohne Guillotine.“ Europa brauche einen „Plan B“, sagt der italienische Politiker. „Wir müssen uns doch fragen: Was ist aus Europa geworden ? Warum haben wir keine gemeinsame Informationspolitik, keine gemeinsame Steuerpolitik, keine gemeinsame Politik der Immigration ? Warum hat sich nur Deutschland bereichert?“

 

Beppe Grillo attackiert Geldsystem

Kanzlerkandidat und Bilderberger-Kumpel Steinbrück hatte nach dem guten Abschneiden des in den Medien titulierten " Protestpolitikers und Komikers"  Beppe Grillo sowie von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi bei der Parlamentswahl in Italien gesagt: „Ich bin geradezu entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben.“ - Ob Berlusconi damit hinreichend qualifiziert worden ist, mag fraglich sein. Bei Beppe Grillo sieht die Sache jedoch anders aus. Der "Clown" scheint ein sehr tiefes Verständnis vom Geldsystem zu haben. In einer Veranstaltung refferiert er jedenfalls sehr profund über Ausgestaltung und Hintergründe des Geldsystems.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Veranstaltung bereits 1998 stattfand - also 10 Jahre vor dem Eintritt der globalen Finanzkrise. Grillo scheint auf jeden Fall zu jenen Politikern zu gehören, welche das Geldsystem verstanden haben. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass auf dieser Veranstaltung Tausende Gäste anwesend waren. Der "Komiker" versteht es hervorragend, den Ernst der Sache mit einem gewissen Witz über die Bühne zu bringen. Dabei nimmt er sich kein "Blatt vor den Mund". Die Veranstaltung zeigt, dass man den Wahnsinn des Geldsystems auch einer breiten Öffentlichkeit verständlich rüber bringen kann.

Einziges Manko bei der Präsentation: Es fehlen die Alternativen. Die Kernaussage Grillos, dass der Staat das Gelddrucken selbst in die Hand nehmen solle und man dies nicht Privatbanken überlassen dürfe, scheint gerade im Falle Italiens etwas daneben gegriffen. Es ist jedenfalls kaum vorstellbar, dass Politiker in Rom verantwortungsvoller beim Gelddrucken sind, als es das jetztige System ist - bei allen Nachteilen.

Trotz allem aber ein sehr sehenswertes Video. So jemand wie Grillo fehlt in Deutschland. Gerade in der aktuellen Situation wäre es nicht schlecht, wenn jemand die ganze Misere auch mit einem gewissen "komischen" Witz an die Leute bringt.

 

Video - Beppe Grillo und das Geldsystem:

...
SPD-Kanzlerkandidat: „Gesagt ist gesagt“ – Steinbrück bleibt beim Clown-Vergleich - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/spd-kanzlerkandidat-gesagt-ist-gesagt-steinbrueck-bleibt-beim-clown-vergleich_aid_931506.html

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