Westerwelle bedauert scharfe Kritik an Deutschland während der Zypern-Rettung. "Manche schrille, mitunter auch unfaire und verletzende Töne".
Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat im Zusammenhang mit der Rettung Zyperns manche scharfe Kritik an Deutschlands Rolle zurückgewiesen. "Es ist gut, dass jetzt unter schwierigen Bedingungen eine verantwortbare Lösung für Zypern gefunden wurde. Deutschland zeigt auch gegenüber Zypern beispielhafte Solidarität. Ich bedaure allerdings, dass die wirklich komplizierten Verhandlungen von manchen schrillen, mitunter auch unfairen und verletzenden Tönen in der Öffentlichkeit und in den Medien begleitet waren", sagte der FDP-Politiker am Montag SPIEGEL ONLINE.
"Wir Europäer sollten nicht vergessen, dass wir alle in einem Boot sitzen und nur gemeinsam die europäische Schuldenkrise überwinden können. Alle, die Verantwortung in und für Europa tragen, sollten deshalb respektvoll und fair miteinander umgehen und sicher nicht längst überwundenen Vorurteilen zu neuem Leben verhelfen", erklärte Westerwelle weiter.
Die Rolle Deutschlands bei der Rettungsaktion der Eurogruppe hatte einige polemische Äußerungen ausgelöst. So hatte der Außenminister Luxemburgs, Jean Asselborn, vergangene Woche mit Blick auf die Kritik am überdimensionierten Banken-Geschäftsmodell in Zypern erklärt: "Es gibt keinen Menschen, der sagt, die Automobilindustrie oder die Waffenindustrie ist überproportioniert in Deutschland." Man müsse "aufpassen, vor allem aus Berlin, dass keine Töne kommen, die wirklich verletzend sind".



