Die niederländische Bank ABN Amro - eines der größten Finanzhäuser weltweit - stoppt die physische Auslieferung für Edelmetalle. Das teilte die Bank in einem Schreiben an ihre Kunden mit. Die neue Regelung gilt ab April.
Osterüberraschung für die Edelmetall-Kunden bei der größten Bank in den Niederlanden - ABN Amro: Das Finanzinstitut teilte seinen Edelmetallkunden in einem Schreiben lapidar mit, dass die physische Auslieferung ab 1.April nicht mehr möglich sei. Dies gelte nicht nur für Gold, sondern auch für alle anderen Edelmetalle wie Silber und Platin. Was so aussieht, als könnte es ein Aprilscherz sein, ist leider nun Realität bei ABN.
In dem Schreiben beruhigte die Bank ihre Kunden: Man müsse sich keine Sorgen machen. Das Gold bei ABN sei sicher aufgehoben. Der einzige Unterschied sei, dass es nicht mehr ausgeliefert werde. Dafür erhalten die Kunden aber den aktuellen Tageskurs in Geld ausbezahlt.
Weiter hieß es in dem Schreiben, dass sich eigentlich für die Kunden "nichts" ändern würde, bis auf die Tatsache, dass sie für ihr Gold nun nur noch Geld ausgezahlt bekämen.
Ob dieser kleine, aber wichtige Unterschied von den Kunden so akzeptiert wird, dürfte fraglich sein. Denn wer Gold bei einer Bank kauft und es dort einlagern lässt, will am Ende sicher nicht in Papiergeld ausbezahlt werden. Für den Edelmetallkäufer ist die Motivation ja gerade, im Zweifelsfall auf die physische Auslieferung zu bestehen. Das allerdings geht bei ABN Amro nun nicht mehr. Die Bank beruft sich auf Kleingedrucktes in ihren Geschäftsbedingungen, nach dem sie jederzeit das Recht hat, statt Gold Geld zu liefern.
Die Maßnahme löste Spekulationen aus, ob die Bank das Gold, welches sie für Kunden angeblich kaufte, tatsächlich erworben hat.
Das Beispiel ABN könnte Schule machen. Bei der Deutschen Bank und der Commerzbank soll es aber offenbar keine entsprechenden Pläne geben, für Gold nur noch Geld auszuzahlen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass in den Geschäftsbedingungen deutscher Banken ebenfalls versteckte Klauseln möglich seien, nach denen unter bestimmten Umständen die Bank statt physicher Lieferung auch einen entsprechenden Geldbetrag auszahlen könne.
In der Schweiz gab es bereits vereinzelt schon Berichte, denen zufolge Banken die Auslieferung von Edelmetallen verweigerten und stattdessen den Gegenwert in Geld auszahlten. Dies dürfte allerdings nicht im Sinne des Edelmetallsparers sein, der sich für den Krisenfall rüstet.



