Medienberichten zufolge hat die Nachfrage nach Münzen und Barren seitens der Privatanleger merklich angezogen. Goldhändler wie „pro aurum“ und „Heraeus“ berichten demnach von einem außerordentlich hohen Kaufinteresse.
von Commerzbank Commodity Research
Bei den Edelmetallen kam es gestern nach dem vorangegangenen Preissturz zu einer merklichen Gegenbewegung. Gold legte zwischenzeitlich um 4% zu und eroberte kurzzeitig die Marke von 1.400 USD je Feinunze zurück. Silber handelte zeitweise mehr als 5% fester bei knapp 24 USD je Feinunze. Die Gewinne konnten jedoch nicht gehalten werden, so dass Gold und Silber einen Teil der Preiszuwächse im Handelsverlauf wieder abgaben.
Dennoch wurden die niedrigen Preise offenbar von einigen Marktteilnehmern als attraktive Kaufgelegenheiten erachtet. Medienberichten zufolge hat die Nachfrage nach Münzen und Barren seitens der Privatanleger merklich angezogen. Goldhändler wie „pro aurum“ und „Heraeus“ berichten demnach von einem außerordentlich hohen Kaufinteresse.
Auch die US-Münzanstalt hat bislang im April 83,5 Tsd. Unzen Goldmünzen und über 2,2 Mio. Unzen Silbermünzen verkauft. Die Absätze der Goldmünzen sind damit bereits jetzt schon mehr als viermal so hoch wie im gesamten Monat April im letzten Jahr. Und auch bei den Silbermünzen entspricht dies einem Anstieg von 46% im Vergleich zum Vorjahr. Ebenso berichtet die australische Münzanstalt, dass sie in dieser Woche bislang mehr als doppelt soviel Goldmünzen verkauft hat wie in der vergangenen Woche.
In Reaktion auf die neue Marktsituation haben wir unsere Goldpreisprognose angepasst und sehen den Preis im vierten Quartal nun bei durchschnittlich 1.650 USD je Feinunze. Getrieben durch die Angst vor Kaufkraftverlusten im Falle eines Abwertungswettlaufs der Währungen, der hohen Staatsverschuldung in den Industrieländern, der niedrigen Realzinsen und dem anhaltenden Kaufinteresse der Zentralbanken in den Schwellenländern sollte Gold seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen.



