Mit einer riesigen Kapitalerhöhung versucht die Commerzbank sich von den Fesseln des Staatss zu befreien. Unterdessen spekulieren Hedgefonds auf weiter sinkende Kurse. - Opfer der Euro-Krise. Hedgefonds short. Deutsche Bank sichert Kapitalerhöhung.
Wie geht es weiter mit der Commerzbank? Die Aktie notiert heute auf Rekordtief. Umgerechnet auf den Zeitpunkt vor der Kapitalzusammenlegung notiert das Finanzinstitut unter einem Euro. Die Frage ist, ob es der Bank gelingt, sich mit der Kapitalerhöhung von den Fesseln des Staates zu befreien. Es ist bereits die 4. Kapitalerhöung seit Beginn der Eurokrise und es ist zugleich die größte.
Die Commerzbank gilt als Symbol der kränkelnden Bankenlandschaft. Als die Bank am Wochenende eine erneute, riesige Kapitalerhöhung ankündigte, war der weitere Absturz progammiert. Endpunkt einer jahrelangen Talfahrt der Aktie. Das Vertrauen der Anleger scheint zerstört.
Die Probleme der Commerzbank haben nun seit einiger Zeit auch die internationalen Spekulanten entdeckt. Sie setzten rechtzeitig auf weiter fallende Kurse. So zocken Hedgefonds wild mit der Commerzbank-Aktie.
Insgesamt gibt die Commerzbank gut 555 Millionen neue Aktien aus. Der Abschlag auf den sogenannten TERP (Theoretical ex-rights price) - den derzeitigen Börsenkurs abzüglich des Preises für die Bezugsrechte - beträgt damit gut 38 Prozent. Dieser liegt etwas höher als zuletzt kolportiert.
Der Erlös aus der Kapitalerhöhung ist bereits gesichert. Dafür stehen die Investmentbanken, die der Commerzbank bei der Kapitalerhöhung helfen, auf jeden Fall gerade. Neben der Commerzbank wird die Transaktion von der Deutschen Bank sowie der Citigroup und der HSBC gemanagt.
Die Commerzbank ist wie viele andere Finanzinstitute ein Opfer der Euro-Krise. So lange diese nicht gelöst ist - und danach sieht es nicht aus - dürften die Bankenkurse weiter gen Süden driften.
Bleibt zu hoffen, dass das Schicksal der Commerzbank dem deutschen Bankeprimus erspart bleibt. Doch auch bei der Deutschen Bank zeigen die Kurse in letzter Zeit bedrohlich nach unten. Und schon witzelt man in Frankfurt: "Deutsche Bank - 1 Euro". Wenn das jedoch passiert, dürfte die Börsenwelt anders aussehen.
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