Chef der Wirtschaftsweisen hält Rückkehr zur D-Mark für „ökonomisch und politisch nicht beherrschbar“. -„Verrat an der europäischen Idee“.
Führende deutsche Wirtschaftsprofessoren haben die Euro-Ausstiegspläne der neu gegründeten Partei Alternative für Deutschland (AfD) massiv kritisiert. Der Chef der fünf Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, bezeichnete einen Euro-Ausstieg Deutschlands im Nachrichtenmagazin FOCUS als „Verrat an der europäischen Idee“. Den Vorschlag einiger AfD-naher Wissenschaftler, die D-Mark als Parallelwährung einzuführen, kritisierte der Essener Ökonom scharf: „Eine Rückkehr zur D-Mark über den Weg der Parallelwährung ist ökonomisch und politisch nicht beherrschbar.“ Ein Zwei-Währungssystem würde rechtlich große Unsicherheit und damit Chaos schaffen.
Auch der Leiter des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, verurteilte die Idee paralleler Währungen. „Die Verfechter solcher Konzepte sind von stupender Naivität, sie blenden die offensichtlichen Gefahren eines deutschen Ausstiegs einfach aus“, sagte Hüther FOCUS. Die Denkweise der AfD stamme aus dem 19. Jahrhundert.
Der von AfD-Chef Bernd Lucke in die Debatte eingebrachte behutsame Euro-Ausstieg der Krisenländer mithilfe paralleler nationaler Währungen stößt ebenfalls auf Ablehnung. Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Gustav Horn, nannte ihn in FOCUS „vollkommenen ökonomischen Unsinn“. Einer parallel zum Euro zirkulierenden griechischen Drachme „würde der Makel des Schlechten anhaften“, so Horn. „Jeder würde versuchen, sie schnellstens wieder loszuwerden.“



