VDA-Präsident Wissmann warnt vor Arbeitsplatzverlust durch EU-Regulierung. „Das richtige Ziel des Klimaschutzes darf nicht in eine fatale industriepolitische Entscheidung umschlagen, die Arbeitsplätze kostet und die europäische Industrie benachteiligt.“
Die deutsche Autoindustrie warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen durch die geplante Verschärfung der EU-Kimaregulierung: „Wir haben den Eindruck, dass es noch erheblichen Verbesserungsbedarf gibt zu den Vorschlägen von Kommission und Parlament“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, der „Welt“. „Das richtige Ziel des Klimaschutzes darf nicht in eine fatale industriepolitische Entscheidung umschlagen, die Arbeitsplätze kostet und die europäische Industrie benachteiligt.“
Wissmann geißelte die Forderung des Europaparlaments nach verbindlichen Grenzen für den Kohlendioxidausstoß von Autos ab 2025 als „willkürlich“: „Es ist industriepolitisch hoch unseriös und gefährlich, ohne Kenntnis der physikalischen Möglichkeiten und der technischen Machbarkeit ein willkürliches Ziel zu definieren“, sagte der VDA-Präsident der „Welt“. „Dieser Korridor ist am grünen Tisch entstanden. Es wäre ein schwerer Fehler, wenn er in die Gesetzgebung aufgenommen würde. Damit würde eine ganze Industrie kaputt reguliert.“
Wissmann sieht die deutsche Industrie zu Unrecht der mutwilligen Umweltverschmutzung verdächtigt: „Die deutsche Autoindustrie hat sich in den letzten Jahren zum Spitzenreiter beim Klimaschutz entwickelt. Das Kraftfahrtbundesamt bescheinigt uns: In acht von zehn Segmenten haben Autos deutscher Hersteller im Schnitt niedrigere CO2-Werte als Importfahrzeuge“, sagte er. Die deutschen Hersteller wären von strengen Klimazielen besonders betroffen, da sie im Flottenvergleich weniger Kleinwagen und mehr stärker motorisierte und schwerere Modelle verkaufen können. „Der Sinn der Regulierung kann ja nicht sein, europäische Einheitsautos machen zu wollen und das Premiumsegment damit durch die Hintertür abzuschaffen“, sagte Wissmann.



