movie2k down: Die staatlichen Vollstrecker der Filmindustrie jagen die Betreiber. Generalstaatsanwaltschaft Dresden: Abschaltung von Gratis-Film-Portal movie2k hängt mit Ermittlungen zusammen.
Seit Mittwoch spekuliert die Netzgemeinde über das plötzliche Verschwinden des populären Film-Portals Movie2k, auf dem Internetnutzer aktuelle Spielfilme und Serien ansehen können, ohne dafür zu bezahlen. Nach Informationen der „Welt“ könnte eine Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden im Rahmen der Ermittlungen zum Vorgängerportal Kino.to die Abschaltung der Seiten ausgelöst haben. „Es gibt Spuren zu Beschuldigten von Kino.to, die Kontakt zu Movie2k haben sollen“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein am Freitagmorgen auf Anfrage. „Wir halten es für naheliegend, dass die Abschaltung von Movie2k eine Folge unserer Ermittlungen ist.“
Mit welchen konkreten Maßnahmen die Generalstaatsanwaltschaft die Abschaltung von Movie2k am Mittwoch verursacht haben könnte, wollte Klein mit Verweis auf „laufende Ermittlungen“ nicht sagen. Auch den möglichen Zusammenhang zu einer Hausdurchsuchung am Mittwoch wollte er nicht kommentieren. Die Staatsanwälte hatten die Wohnung eines Niedersachsen durchsuchen lassen, der unter dem Spitznahmen „Hologramm“ 120.000 Filme vor allem bei Kino.to zuletzt aber auch bei Movie2k hochgeladen haben soll. Der Mann sei aber geständig und kooperiere, deshalb könne er auf freiem Fuß bleiben, sagte Klein.
Die Dresdener Staatsanwälte ermitteln seit längerem im Bereich illegaler Streaming-Angebote. Ihre Recherchen hatten 2011 zum Ende des bekannten Streaming-Portals Kino.to geführt. Daraufhin hatte Movie2k die Nachfolge des Ex-Konkurrenten Kino.to angetreten und an Reichweite überflügelt. Das Angebot von Movie2k umfasste zuletzt vom neuen The-Fast-and-the-Furios-Streifen über die aktuelle Episode „Game of Thrones“ bis hin zu Porno-Filmen. Nach Aussage der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) machte Movie2k Anfang April mehr als 24.000 Spielfilme in deutscher Sprachfassung illegal öffentlich zugänglich. Noch am Donnerstag rangierte Movie2k auf Platz 17 der meistbesuchten Webseiten in Deutschland. Das Portal lag damit laut Internetdienst „Alexa“ noch vor dem Nachrichtenseiten von Spiegel Online.
In der Filmwirtschaft werden die Macher von Movie2k oft als kriminelle Bande bezeichnet, weil die Betreiber Urheberrechte ignorieren. Die GVU begrüßt daher die jüngste Entwicklung. „Falls aber die Verantwortlichen von Movie2k ihr illegales Angebot selbst abgeschaltet haben sollten, deuten wir das als ein erstes Signal für ihre Bereitschaft, den entstandenen Schaden für die Filmwirtschaft nicht noch weiter zu vertiefen“, kommentierte der GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy. Er forderte die Movie2k-Verantwortlichen auf, „das begangene Unrecht aufzuklären und zur nachhaltigen Eindämmung der andauernden Urheberrechtsverletzungen beizutragen.“



