Hohe Staatsverschuldungen, hohe Inflationen und Staatsbankrotte führen am Ende zwangsläufig zu einer Währungsreform und zum Zerbrechen des Euro. Wird die relative Ruhe vor dem Sturm dazu genutzt, eine Währungsreform und gar eine neue Weltwährung vorzubereiten?
Von Thorsten Wittmann
Jedem aufgeklärten Bürger sind Begriffe wie „Inflation“, „Deflation“, „Währungsreform“ oder „Weltwährung“ ein Begriff. Wie aber diese Begriffe alle zusammenhängen, ist ungleich schwieriger zu wissen, denn Veränderungen bei ihnen können ökologische, politische und ökonomische Folgen haben. Als Beispiele seien hier eine Währungsreform, Inflation oder Weltwährung genannt. Hierüber fehlt es leider den meisten Menschen an umfassenden Informationen.
Das ist wahrscheinlich auch von der Politik so gewollt. Denn es ist zweifellos für sie von Vorteil, wenn die Bürger nicht zu viel über diese Themen, ihre Ursachen und Folgen wissen. Dann wäre es mit Sicherheit nicht mehr möglich eine Währungsreform im Geheimen vorzubereiten und schlussendlich auch durchzuführen.
Ist eine Währungsreform in Europa wahrscheinlich?
Damit man diese Frage beantworten kann, muss man sich zuerst einmal intensiv mit dem europäischen Finanzsystem und seinen Auswirkungen auf die Stabilität des Euro im Allgemeinen beschäftigen. Dass hohen Staatsverschuldungen, hohe Inflationen und Staatsbankrotte zu einer Währungsreform des Euro führen werden, steht wohl außer Frage, wenn man sich dem Thema nüchtern nähert.
Wahrscheinlich glaubt auch niemand ernsthaft daran, dass die Einführung einer Transferunion innerhalb der Eurozone, wie sie der Stabilitätsmechanismus ESM vorsieht, hilft. Er wird nicht in der Lage sein, die Situation in Südeuropa zu verbessern. Seine Hauptaufgabe liegt meiner Meinung nach hauptsächlich woanders. Der ESM soll
- die prekäre Lage in den südeuropäischen Staaten vorläufig entschärfen.
- Zur gleichen Zeit bereiten wahrscheinlich die Drahtziehern hinter den Kulissen eine fundamentale Währungsreform vor. Hierfür für braucht man Zeit, und diese soll der ESM schaffen.
- Dem Finanzsektor weiterhin blühende Gewinne einbringen (wobei bei Bankpleiten der Steuerzahler haftet oder neuerdings auch die Bankkunden vgl. Zypern)
Wenn man alles genauer betrachtet ist wohl zu erkennen, dass die Euro-Währungsreform schon bei der Einführung des ESM beschlossene Sache gewesen sein könnte. Zusätzlich sorgen weltweite Rezessionen, schlechte Rating-Ergebnisse, stark gesenkte Leitzinsen und vieles mehr nicht gerade für Ruhe auf dem Kapitalmarkt.
Woran kann man erkennen, dass eine Währungsreform in naher Zukunft geplant ist?
Es gibt viele Merkmale, welche auf eine baldige Währungsreform in Europa hindeuten. Dabei handelt es sich keinesfalls lediglich um die hohe Staatsverschuldung in Südeuropa und die teils hohe Inflation.
Ein Indiz für eine bevorstehende Währungsreform ist, dass kein Staat seine Staatsanleihen mehr problemlos und vollständig am Kapitalmarkt platzieren kann. Immer wieder sind Zentralbanken gefragt, die hier einspringen und aushelfen. Tatsächlich liegt die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank derzeit bei über 3 Billionen Euro. Selbst die Deutsche Bundesbank hat bereits Target-2-Forderungen von über einer Billion Euro.
Diese Beträge können allein, weil diese Summen nicht mehr fassbar sind, Angst machen. Allerdings muss man sich fragen, ob nach einer Währungsreform wirklich alles besser wird.
Wäre eine neue Weltwährung vielleicht eine Alternative?
Eine Weltwährung ist kein Hirngespinst irgendwelcher Wissenschaftler. Sogar mancher führender Zentralbanker spricht sich dafür aus (klar, bedeutet ja auch mehr Macht für diese Institutionen). Sie vertreten sogar die Meinung, dass in Zukunft auf Bargeld als Zahlungsmittel komplett verzichtet werden soll. Die neue Weltwährung wäre dann nur noch virtuelles Geld, und würde als Giralgeld im bargeldlosen Zahlungsverkehr existieren. Mit solch einer Währungsreform wäre dann auch das gute alte Sparschwein abgeschafft und im Prinzip auch jede private Transaktion. Der gläserne Finanzmensch ist dann Realität.
Fazit
Die Weltwährung ist ohne Zweifel der Wunsch der Finanzeliten. Auch die Tatsache, dass nur noch Giralgeld im Umlauf wäre und es kein Bargeld mehr geben würden, würde ihnen in die Karten spielen. Allerdings stelle sich die Frage, ob eine Weltwährung tatsächlich durchsetzbar wäre. Im Endeffekt wird viel davon abhängen, wer schlussendlich diese Weltwährung kontrolliert.
Dass sich etwas an unserem Finanzsystem mittel- oder kurzfristig ändern wird und muss, steht wohl außer Diskussion. Allerdings kann man nur abwarten, ob es dann im Endeffekt die Weltwährung sein wird oder ob wir wieder nationale Währungen bekommen werden. Letzteres wäre zweifelsohne wünschenswerter.



