Ein sogenannter Top-Ökonom ist davon überzeugt, dass es im Finanzsystem niemals ein böses Erwachen geben wird. Grund: Rettungsaktionen.
Mit zweifelhaften Ratschlägen wendet sich "Top-Ökomom" Daniel Gros von CEPS im Focus-Interview an die Öffentlichtkeit. Sein Urteil: Zu hohe Ersparnisse führen zu Finanzkrisen. Die Deutschen sollten ihr Geld lieber ausgeben - bevor es weg ist. Ein böses Erwachen hält der Ökonom für ausgeschlossen. Grund: Die Politik mit ihren Rettungsaktionen hat alles unter Kontrolle.
Daniel Gros ist Direktor des „Centre für European Policy Studies“ (CEPS), einer in Brüssel ansässigen Denkfabrik. Davor arbeitete der Ökonom für den Internationalen Währungsfonds und als Berater für die EU-Kommission und das EU-Parlament.
Ansonsten untermauert der Ökonom sein Unwissen in Sachen Geldsystem und ist der Überzeugung, dass Wachstum ohne Schuldenausweitung funktionieren kann:
Gros: Wenn man mageres Wachstum erreichen möchte, muss man die Schulden irgendwie senken. Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass viele Schuldner in die Insolvenz gehen. Außerdem müssen innerhalb des Bankensystems viele Schulden dadurch beschnitten werden. Das bedeutet, dass nicht mehr eine Bank etwas an die andere Bank weiterreicht. Denn wenn man so eine Pyramide hat und es unten ein bisschen wackelt, dann wackelt es gleich überall. Wenn die Einlagen nur an eine Bank gehen und dann wieder ausgeliehen werden, dann hat nur diese Bank ein Problem, aber das ganze System kann es überleben.
FOCUS Online: Was soll die Politik tun?
Gros: Es gibt erste Versuche in die richtige Richtung. Der Fall Zypern gibt mir etwas Hoffnung. Vor Zypern hieß es: Die Banken sind so vernetzt, dass nicht einmal eine kleine Bank fallen gelassen werden darf. Sonst passiert das Ungeheure. Doch man hat es in Zypern gemacht und die Märkte sind nicht zusammengebrochen. Das war ein ganz, ganz wichtiges Ereignis, damit hat die Politik Handlungsspielraum gewonnen.
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FOCUS Online: Wann kommt das böse Erwachen?
Gros: Es kommt niemals, weil die Politiker es ja mit teuren Rettungsaktionen verhindern. Das hat man ja bei den deutschen Landesbanken gesehen.



