Telekom bremst Start-Ups aus / Videoanbieter fürchten durch Flatrate-Drosselung um ihren Markt / „Dass die Netzneutralität mit Füßen getreten wird, gefährdet die Mitbewerber in einem lukrativen Zukunftsmarkt“, sagt Christian Rymarenko, Geschäftsführer beim deutschen Videoanbieter Snack TV.
Deutschsprachige Internet-Startups fürchten nach der DSL-Drosselung der Deutschen Telekom um den lukrativen Zukunftsmarkt mit Onlinevideos. Die Telekom hat vor wenigen Wochen eine Daten-Obergrenze für neue Privatkunden eingeführt. Laden sie im Internet mehr als 75 Gigabyte im Monat herunter, wird ihre Verbindung gedrosselt. „Wir sehen die Innovationskraft gefährdet“, sagt Jörg Meyer aus der Geschäftsleitung von Zattoo dem Wirtschaftsmagazin impulse (Ausgabe 6/2013, EVT: 30. Mai). Das Schweizer Unternehmen überträgt zahlreiche deutsche TV-Sender übers Internet auf PCs und internetfähige Fernseher.
Besonders ärgerlich finden die Internetunternehmer, dass die Telekom ihren eigenen Videodienst Entertain von der Datenbremse ausnimmt. Hier werde „die Gleichbehandlung verletzt“, kritisiert Meyer. Christian Rymarenko, Geschäftsführer beim deutschen Videoanbieter Snack TV sagt: „Dass die Netzneutralität mit Füßen getreten wird, gefährdet die Mitbewerber in einem lukrativen Zukunftsmarkt.“
Die Deutsche Telekom hat angekündigt, für andere Unternehmen ebenfalls eine Ausnahme zu machen – wenn sie dafür bezahlen. Für viele Startups dürfte das aber kaum attraktiv sein. Bereits jetzt fließt ein Großteil ihrer Budgets in Bandbreite im Internet.



