Prof. Wilhelm Hankel: Der Euro führt zwangsläufig zur Währungsreform. Die Gemeinschaftswährung ist schon längst keine Sparwährung mehr. Wie lange noch wird der Euro die Funktion als Tausch- oder Sparmittel aufrecht erhalten?
Prof. Wilhelm Hankel: "Weiter so" in der Euro-Politik bedeutet: die Währungsreform ist unausweichlich. Die Frage ist, wie lange der Euro noch seine Funktion als Tauschmittel oder zum Sparen aufrecht erhält.
Der Euro ist längst kein Geld mehr zum Sparen. Immer mehr Bürger sparen nicht mehr im Euro, sondern sie gehen ins Gold, in Immobilien, Sachwerte. Das ist das ernste Signal für einen Währungswissenschaftler. Wenn Geld nur noch ausgegeben wird, aber nicht mehr zur Vermögensbildung eingesetzt wird, dann ist das Ende programmiert.
Ich kann ihnen auch sagen, wie es (das Ende) kommen wird: es kommt nicht nur über die Währungsreform, sondern auch über die Realwirtschaft. Der Wirtschaft fehlt schlicht das Geld zum Investieren. Denn wer sein Geld in Gold anlegt, in Aktien oder Immobilien tut zwar gut daran, aber dieses Geld fehlt schlicht in der Wirtschaft. Volkswirtschaftlich sind solche Anlagen totes Kapital, denn die Dinge sind ja alle schon vorhanden. Wir leben nicht von totem Kapital, sondern von Geld, das aktiv in die Wirtschaft fließt. Doch wenn das nicht mehr der Fall ist, dann wird dies das definitive Ende eines reichen und glückliche Europas sein.
Prof. Hankel rät aber nicht zu Gold und Immobilien, sondern zur Investition in sich selbst, in Bildung und Ausbildung. "Das wichtigste Kapital steckt in euren Köpfen, und das kann euch keiner nehmen, ist zudem inflationssicher. Das wichtigste, was wir haben, ist das Humankapital. Lernt, werdet klüger, werdet gute Fachleute".
Derzeit findet die Inflation zwar noch nicht im Supermarkt statt. Dafür werden andere Assettklassen aufgeblasen: an der Börse, Kunstgegenstände, Immobilien. Das viele Geld, dass in den letzten Jahren geschafffen wurden, ist noch gar nicht aus dem Kreislauf ausgebrochen. Aber alle Blasen werden irgendwann platzen. Prof. Hankel: "Das Humankapital ist das beste und ich rate jedem: werdet klüger".
Prof. Wilhelm Hankel im Gespräch mit Michel von Tell:



