Indische Juweliere stellen Verkauf von Goldmünzen und -barren an Privatinvestoren ein.
von Commerzbank Commodity Resarch
Der Goldpreis handelt am Morgen weitgehend unverändert bei rund 1.280 USD je Feinunze. Im Gegensatz zum Preissturz im April zeigt sich die Goldnachfrage in wichtigen Konsumentenländern diesmal eher verhalten. In Indien haben Juweliere und Goldhändler den Verkauf von Münzen und Barren an Privatinvestoren eingestellt, um die Bemühungen der Regierung zu unterstützen, das rekordhohe Leistungsbilanzdefizit zu reduzieren.
Der Verband der indischen Schmuckhersteller schätzt, dass dadurch die lokale Goldnachfrage um rund 20% zurückgehen könnte. Nach dem Preisverfall im April kam es zu einem regelrechten Run auf die Juweliere und Goldhändler, der zu rekordhohen Goldimporten führte und die Leistungsbilanz nochmals belastete. Auch in den USA hat die Goldnachfrage zuletzt an Dynamik verloren. Die monatlichen Verkäufe von Goldmünzen der US-Münzanstalt könnten im Juni die bislang schwächsten in diesem Jahr werden.
Nach dem großen Erfolg des ersten physisch hinterlegten Platin-ETFs in Südafrika, plant der Anbieter Absa Bank Ltd. so bald wie möglich einen Palladium-ETF aufzulegen. Der seit Ende April am Markt bestehende Platin-ETF hat innerhalb von zwei Monaten Zuflüsse von rund 420 Tsd. Unzen verzeichnet und ist dadurch zum weltweit zweitgrößten Platin-ETF mit einem Marktanteil von gut 20% aufgestiegen. Zum Erfolg des Produktes dürfte auch die schwache südafrikanische Währung beigetragen haben.



