Mark Rich, der Gründer von Glencore, ist tot. Er starb mit 78 Jahren in der Schweiz.
1983 wurden Marc Rich und andere Händler der Steuerhinterziehung, Falschaussage, Handel mit Iran und dem umstrittenen RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organisations, Trading with the Enemy Act) durch Staatsanwalt Rudolph Giuliani, den späteren Bürgermeister von New York, angeklagt. Giuliani bezeichnete Rich als „den größten Steuerbetrüger in der Geschichte der USA“. Ein Prozess kam allerdings nie zustande, da sich Marc Rich bereits einige Monate vor der Anklageerhebung nach Zug abgesetzt hatte, wo seine Firma seit 1974 ansässig war, bereits im September 1982 auf die amerikanische Nationalität verzichtet hatte und sich in Spanien einbürgern ließ, wo er zehn Jahre lang gelebt hatte. Rich machte einen ehemaligen Mossad-Agenten zu seinem Sicherheitsberater; dieser ist heute zeichnungsberechtigtes Mitglied im Stiftungsrat der Marc Rich Foundation. Eine gegen seine Schweizer Unternehmung gerichtete Aktenherausgabeverfügung der amerikanischen Behörden bezeichnete der Schweizer Bundesrat 1985 als völkerrechtswidrig.
Rich stand jahrelang auf der Liste der „Most Wanted“ des FBI. Eine 1985 geplante Entführung in die USA scheiterte an einem Hinweis an Schweizer Behörden. 2001 erhielt Marc Rich die wohl bekannteste der 140 Begnadigungen, die Präsident Clinton an seinem letzten Amtstag aussprach. Marc Rich hatte vorher Bedenken geäußert, ob das Gnadengesuch seines Geschäftspartners Green nicht sein eigenes negativ beeinflussen könnte. U. a. Schimon Peres und Ehud Barak hatten sich persönlich für Rich eingesetzt. Ehud Olmert, ein weiterer Fürsprecher, hatte acht Jahre zuvor von Rich eine für israelische Verhältnisse großzügige Spende für seinen Bürgermeisterwahlkampf erhalten.
Mit Clintons Gnadenerlass wurde die Anklage gegen Rich aufgehoben. Weil Richs frühere Frau und Mutter seiner drei Kinder während der Amtszeit Clintons umfangreiche Spenden an die Demokratische Partei geleistet hatte (450.000 Dollar für die Clinton Library), wurde vielfach behauptet, die Amnestie sei erkauft worden. Präsident Clinton erklärte jedoch, dass die Entscheidung aufgrund der Faktenlage erfolgt sei und weil ähnliche Anklagen auf zivilem Weg prozessiert worden seien.



