Angeblich gute Daten aus dem Reich der unbegrenzten Möglichkeiten (USA) drücken den Gold- und Silberpreis. Die wirklichen Ursachen liegen aber offensichtlich woanders. Nach MMNews Einschätzungen kommt der Druck nach wie vor aus China, weil dort die Banken kollabieren.
von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis fällt heute Morgen deutlich um 3,5% auf 1.232 USD je Feinunze. In Euro gerechnet gibt das gelbe Edelmetall ebenfalls um 3,5% auf 943 EUR je Feinunze nach. In beiden Fällen stellt dies den tiefsten Stand seit August 2010 dar. In den USA wurden gestern Nachmittag verschiedene Konjunkturdaten veröffentlicht, die allesamt über den Erwartungen lagen.
Dies verstärkt Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed ihr Anleihekaufprogramm frühzeitig reduziert. Im Zuge dessen kam es zu einer Aufwertung des US-Dollars und auch die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist wieder merklich gestiegen. Der Goldpreis kam allerdings erst heute Morgen im asiatischen Handel stark unter Druck.
Das Unterschreiten des Tiefs von letzter Woche dürfte zu technisch bedingten Anschlussverkäufen geführt haben. Der Preisrutsch seit Mitte letzter Woche hat dazu geführt, dass die ETF-Verkäufe wieder zugenommen haben. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern mit 23,3 Tonnen den stärksten Tagesabfluss seit Mitte April.
Seit Jahresbeginn sind mittlerweile knapp 565 Tonnen aus den Gold-ETFs abgeflossen. Dies sind 30 Tonnen mehr als die Zentralbanken gemäß WGC-Daten im letzten Jahr insgesamt gekauft hatten.
Die jüngsten Daten des IWF zu den Goldkäufen der Zentralbanken lassen darauf schließen, dass die Rekordkäufe aus dem Vorjahr womöglich nicht erreicht werden. Exklusive der Türkei haben die Zentralbanken der Schwellenländer im Mai nur rund 10 Tonnen Gold erworben. Unterdessen werden in Indien die Maßnahmen zur Eindämmung der Goldnachfrage ausgeweitet.
Nun dürfen auch regionale Banken in ländlichen Gegenden keine Kredite mehr gewähren, die mit Goldschmuck und -münzen besichert sind. Die ländliche Bevölkerung steht für ungefähr 60% der gesamten indischen Goldnachfrage.



