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BW: Meuterei der Mongos

Mongo-Posse bei der Deutschen Marine. Anklage wegen Meuterei auf deutschem Schnellboot im Mittelmeer vor Beirut.

 

Im Fall eines schweren Übergriffs an Bord eines Schnellboots der Marine hat die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage wegen Meuterei erhoben. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Justizkreise berichtet, wird sechs Obermaaten vorgeworfen, sich zusammengerottet und einen Vorgesetzten tätlich angegriffen zu haben.
 
Zudem werden sie der gemeinschaftlichen Körperverletzung und der Freiheitsberaubung angeklagt. Der Vorfall hatte im Februar Aufsehen erregt, weil die Unteroffiziere ihren Vorgesetzten, einen Bootsmann, an Bord des Schnellboots auf einen Tisch gefesselt und ihm die Worte "Hier wohnen die Mongos" auf ein Bein gekritzelt hatten.
 
Das Boot lag zu dieser Zeit im Hafen von Beirut. Der Bootsmann hat thailändische Wurzeln, weshalb anfangs über mögliche fremdenfeindliche Motive der Soldaten spekuliert worden war.
 
Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat die Tat jedoch einen anderen Hintergrund. Demnach habe der Bootsmann an einem späten Nachmittag Mitte Februar in Anwesenheit der gesamten Besatzung auf die Frage des Ersten Wachoffiziers geantwortet, worin an Bord der Unterschied zwischen Kammern und Deck bestehe: Offiziere und höhere Unteroffiziere (zu denen er als Bootsmann zählt), so seine Antwort, wohnten in Kammern, wohingegen die "Mongos" in Decks wohnten. Damit soll er die niedrigeren Unteroffiziere und die Mannschaftsdienstgrade gemeint haben.
 
"Mongo" ist ein vor allem unter Jugendlichen verbreiteter Begriff, der herabsetzend gebraucht wird. Am gleichen Tag fassten fünf der Obermaaten nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft den Plan, ihm für diese Aussage einen Denkzettel zu verpassen.
 
Gegen 21 Uhr soll dann der sechste Angeschuldigte dafür gesorgt haben, dass sich niemand im Unteroffiziersdeck aufhielt, während die fünf anderen in die Koje des Bootsmanns gestürmt sein und ihn aus dem Bett gezerrt haben sollen. Dabei sollen sie Flammenschutzmasken getragen haben. Dann sollen sie ihn mit einem besonders starken Klebeband, sogenanntem Panzertape, von den Knien bis zur Brust auf einen Tisch gefesselt und ihm mit nicht wasserlöslichem Stift "Hier wohnen die Mongos" auf den linken Unterschenkel geschrieben haben.
 
Einer der Angeschuldigten soll das Ganze fotografiert haben, während derjenige, der zunächst für freie Bahn gesorgt hatte, die Tür versperrte. Durch den Lärm wurde allerdings der erste Wachoffizier aufmerksam. Er griff ein und befahl, den Bootsmann zu befreien, was die Angeschuldigten dann auch taten. Die Staatsanwaltschaft Rostock wollte auf SZ-Anfrage zunächst keine Stellung nehmen.
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