Gegenbewegung bei Gold und Silber hält an. Starke Goldnachfrage in der Türkei und China, dagegen verhaltene Münzabsätze in den USA.
von Commerzbank Commodity Research
Die am Freitag begonnene Gegenbewegung bei den Edelmetallen setzte sich gestern fort. Unterstützt durch einen schwächeren US-Dollar legte Gold um 1,5% zu und handelt heute Morgen bei rund 1.265 USD je Feinunze.
Die niedrigen Preise wurden in den vergangenen Monaten mancherorts offenbar als attraktive Kaufgelegenheiten erachtet. So berichtete die Istanbuler Goldbörse, dass die Türkei im Juni 44 Tonnen Gold importiert hat. Im zweiten Quartal summieren sich die türkischen Goldeinfuhren damit auf 133 Tonnen. Dagegen zeigten sich die Münzabsätze der US-Münzanstalt im Juni verhalten.
Mit „nur“ 57 Tsd. Unzen Goldmünzen wurde der bislang schwächste Monat in diesem Jahr verzeichnet. Im ersten Halbjahr beliefen sich die US-Münzabsätze auf 629 Tsd. Unzen, 83% mehr als im Vorjahr. In China scheint der Hunger nach Gold ungebrochen zu sein. Einschätzungen des größten Goldproduzenten des Landes zufolge, der staatlichen China National Gold, dürfte die Goldnachfrage im Reich der Mitte in diesem Jahr die Marke von 1.000 Tonnen übersteigen.
Das Unternehmen äußerte sich ferner, dass bereits im ersten Halbjahr rund 800 Tonnen Gold nachgefragt wurden. Dies wäre eine kaum vorstellbare Menge, wurden im gesamten letzten Jahr gemäß Daten des Verbands der chinesischen Goldproduzenten doch „nur“ 832 Tonnen nachgefragt.
Der Verband der chinesischen Minenproduzenten schätzt zwar, dass die Goldproduktion im Reich der Mitte in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um annähernd 10% auf ein Rekordniveau von bis zu 440 Tonnen steigen dürfte. Dies reicht aber bei weitem nicht aus, um die steigende Nachfrage zu decken. Im Mai und Juni sollte es daher zu außerordentlich hohen Goldimporten aus Hongkong gekommen sein.



