In einem Hass-Video rappt Bushido und sein Kumpel Shindy gegen Grünen-Politikerin Claudia Roth und das Politik-Establishment. Der Song „Stress ohne Grund“ gipfelt in Mordphantasien gegen die Grüne Spitzenpolitikerin - aber auch ansonsten nimmt sich der Rapper kein Blatt vor dem Mund.
Für sein neues Video hat sich Bushido einen Bart wachsen lassen und sorgt wieder mal für einen Skandal. Mit Erfolg: Das Video wurde gleich am ersten Tag über 500.000 mal abgerufen.
In "Stress ohne Grund" hat er auf die üblichen Stereotype zurückgegriffen, verbal wie visuell. Er hat zwei Autos gemietet, große Limousinen, ist auf ein Parkdeck gefahren, ist in Zeitlupe ausgestiegen, mit böser Miene - und hat Zeilen gerappt wie diese: "F*** die Polizei, LKA, BKA, meine Jungs verticken Elektronik so wie Media Markt."
Bushido tritt in dem Song als Feature des Rappers Shindy auf, der dieser Tage auf Bushidos Label ersguterjunge sein erstes Album veröffentlicht. Wer verkaufen will, braucht Aufmerksamkeit. Bushido garantiert sie: "Du wirst in Berlin in Deinen A'*** gef*** wie Wowereit", "Ich verkloppe blonde Opfer so wie Oli Pocher". - Das sorgt für Aufmerksamkeit.
Das Video gipfelt jedoch in einer Haßtirade auf Grünen-Politikerin Claudia Roth: "Ich schieß auf Claudia Roth, sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz." Bushido legt spöttisch den Zeigefinger über den Mund. Auch mit der FDP kann der Rapper offenbar nichts anfangen: „Ich will das Serkan Tören jetzt ins Gras beißt.“
Alle sind empört. Jetzt überlegen Politiker, ob sie gegen Bushido vorgehen sollen.
In einer ersten Stellungnahmen sagte der Sprecher von Claudia Roth, Jens Althoff, das habe nichts mehr mit Rap und Kunst zu tun.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Jörg van Essen, sagte: "Wir Liberale im Deutschen Bundestag stehen für freie Meinungsäußerung. Wir stehen für die freie Entfaltung von Kunst und Kultur. Hier ist aber jede Grenze absolut überschritten." Die gesamte Fraktion verurteilte den Angriff auf Serkan Tören auf das Schärfste.
Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft bereits, ob strafrechtliche Delikte vorliegen: "Das Video ist uns bekannt. Die Staatsanwaltschaft ist in die rechtliche Prüfung eingetreten", sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Thomas Fels, am Freitag.
Video: Stess ohne Grund



