Mutmaßlicher Bankdatendieb Falciani will Deutschland im Kampf gegen Steuerhinterziehung helfen.
Der mutmaßliche Bankdatendieb Hervé Falciani hat Deutschland seine Hilfe im Kampf gegen Steuerhinterziehung angeboten. Der IT-Spezialist und frühere Mitarbeiter der Genfer HSBC-Filiale hatte sich Ende 2008 mit Daten von rund 130.000 Kunden der britisch-asiatischen Großbank nach Frankreich abgesetzt. Unter Frankreichs damaliger Finanzministerin Christine Lagarde wurden Auszüge der Daten an Behörden anderer Länder weitergegeben.
Mit Hilfe der Informationen wurden Hunderte Steuerbetrüger enttarnt, unter ihnen die spanische Bankiersfamilie Botín. "Bis heute ist nicht einmal ein Prozent der Informationen, die ich geliefert habe, ausgewertet worden", sagte Falciani. Die Behörden hätten sich nur für Kundennamen interessiert. Aber man könne mit Hilfe der Informationen "das System offenlegen, das die Banken installiert haben, um Steuerbetrug und Geldwäsche zu ermöglichen".
Er habe den deutschen Behörden schon vor drei Jahren seine Kooperation angeboten, es sei aber nichts passiert. Falciani sagte, er hoffe, dass sich dies nun ändere, "weil Deutschland eine sehr wichtige Rolle im Kampf gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung spielt". Er sei jetzt in viele Untersuchungen involviert und könnte auch für deutsche Ermittler hilfreich sein. HSBC habe aus der Schweiz auch Deutsche bedient.
"Es geht um mindestens tausend deutsche Kunden." Schwere Vorwürfe erhebt Falciani gegen seinen früheren Arbeitgeber HSBC. Es sei schwer vorstellbar, "dass das Top-Management nichts von der systematischen Beteiligung an der Geldwäsche wusste". HSBC musste 2012 wegen der Verwicklung in Geldwäsche im Zusammenhang mit Drogenhandel und Terrorfinanzierung in den USA 1,9 Milliarden Dollar zahlen.



