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Bundesregierung wird von USA abgehört

Auch Bundesregierung angeblich von NSA abgehört. Mails, Telefonate und Gespräche werden abgefangen und ausgewertet. Der große Bruder aus Washington ist über alles informiert. Abhöraktion läuft unter Namen "Special Intelligence" (SI).

 

Die von Edward Snowden veröffentlichten und in Deutschland erstmals im "Spiegel" publizierten NSA-Geheimdokumente legen laut eines Zeitungsberichtes der "Bild-Zeitung" (Donnerstag) den Schluss nahe, dass die Bundesregierung von der NSA abgehört wurde. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf "mehrere US-Quellen". Es gebe ein entsprechendes streng geheimes NSA-Dokument, welches die Geheimhaltungsstufe "SI" trage.
 
Dieses Kürzel stehe bei den US-Geheimdiensten für "Special Intelligence" - und bedeutee, dass der Bericht mindestens teilweise auf abgefangenen Mails oder Telefonaten beruhe, berichtet die "Bild-Zeitung". Mehrere US-Quellen bestätigten dies angeblich. Stimmen die Informationen, wäre es eine neue Qualität in den Aktivitäten der US-Geheimdienste. Bereits Gerüchte, wonach EU-Botschaften abgehört worden sein könnten, hatten zu Empörung bei deutschen Politikern, auch in der Regierungskoalition geführt.
 

Nahles erhöht Druck auf Pofalla

Unmittelbar vor der Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) zur Späh-Affäre am Donnerstag erhöht die SPD den Druck auf Kanzleramtschef Ronald Pofalla. Der für die Koordinierung der Geheimdienste zuständige Minister habe bislang nur „lächerliche Auskünfte“ gegeben und Urlaub gemacht, monierte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagausgabe): „Wir haben akuten Klärungsbedarf“. Vor allem zwei Fragen müsse Pofalla beantworten: „Hat die Bundesregierung der Ausspähung zugestimmt und leugnet das jetzt? Oder können die Geheimdienste einfach machen, was sie wollen?“ Sie habe „das beunruhigende Gefühl, dass die Bundesregierung die Sache nicht im Griff hat“, sagte Nahles.

Mutmaßungen, auch der frühere SPD-Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier könne von der Ausspähung der Bevölkerung durch den US-Geheimdienst NSA gewusst haben, bezeichnete Nahles als grotesk: „Das ist ein plumpes Ablenkungsmanöver“. Das Programm Prism sei erst 2007 auf den Weg gebracht worden, als der heutige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) das Kanzleramt geleitet habe.

2012 habe das Programm zusätzliche Brisanz erhalten, als der Bundesnachrichtendienst offenbar versucht habe, das Grundgesetz zu unterlaufen. Dafür trage Pofalla die politische Verantwortung. „Zur Amtszeit von Frank- Walter Steinmeier bestanden alleine die technischen Voraussetzungen für das massenhafte Datenabsaugen – von Glasfaserkabeln bis hin zu Sozialen Netzwerken – noch gar nicht in der heutigen Dimension“, sagte Nahles der FR.

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