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Totaler PIGS Schuldenschnitt?

Boston Consulting Top-Berater empfiehlt Schuldenschnitt in Euro-Krisenländern. „Uns Schulden-Junkies droht der kalte Entzug: Inflation oder ein Schuldenschnitt“,

 
 
Einen rigorosen Schuldenschnitt in den Euro-Krisenländern fordert Daniel Stelter, bis vor kurzem Senior Partner der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG), einer der führenden Managementberater Europas. „Uns Schulden-Junkies droht der kalte Entzug: Inflation oder ein Schuldenschnitt“, sagte der Ex-BCG-Manager im Interview mit WirtschaftsWoche.

Laut Stelter ist der Schuldenschnitt von der Politik nicht gewünscht, weil er Geldvermögen, Lebensversicherungen und große Teile der Altersvorsorge der Bevölkerung treffen würde. „Aber der Verlust ist ja real längst eingetreten, weil die nie mehr ordentlich zurückgezahlt werden können“, so Stelter, Autor des Buches „Die Billionen-Schulden-Bombe“. Einen Schuldenschnitt hält er deshalb für das kleinere Übel. „Damit können wir bestimmen, wer welchen Anteil trägt, und der Schaden lässt sich auf einige Jahre verteilen.“

Eine Inflation dagegen würde nur die Mittelschicht treffen, die nicht in Sachwerte flüchten könne. Stelter nennt für den Schuldenschnitt eine konkrete Zahl. „In den Krisenländern 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Das wären allein im Euro-Raum fünf Billionen Euro. Dann bekämen Staaten und Privatleute wieder Luft und könnten investieren und die Herausforderungen der Zukunft angehen.“

Die derzeitige Politik zur Bewältigung der Krise hält Stelter für wenig erfolgversprechend. „Es würde Jahrzehnte dauern, allein mit der aktuellen Sparpolitik die Verschuldung auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Das Wachstum müsste zugleich viel höher sein. Doch leider würgt die Sparpolitik die Wirtschaft ab.“ Spanien, Italien, Portugal und Griechenland sind seiner Ansicht nach schon an der Grenze des Erträglichen. Japan könne auch nicht sparen. „Und selbst Deutschland bräuchte dringend mehr Konsum und vor allem Investitionen“, rät Stelter.
 

Schäuble schließt zweiten Schuldenschnitt für Griechenland aus

 

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat einen erneuten Schuldenerlass für Griechenland trotz der weiterhin rasant steigenden Verschuldung des südeuropäischen Landes definitiv ausgeschlossen. "Fest steht: Einen zweiten Schuldenschnitt für Athen wird es nicht geben", sagte Schäuble BILD am SONNTAG. Nach den Worten Schäubles kann Griechenland aber auf Jahre hinaus mit Hilfsleistungen rechnen: "Griechenland wird sicherlich auch über 2014 hinaus geholfen werden, soweit dann noch erforderlich, wenn das Land die Auflagen erfüllt."

Zugleich sieht Schäuble die Euro-Zone auf dem Weg aus der Krise: "Wir sind noch nicht vollständig über den Berg, aber die Neuverschuldung in Europa geht stark zurück und ist im Schnitt nur noch halb so groß wie vor drei Jahren." Entscheidend sei neben der Senkung der Neuverschuldung auch "die Durchführung von Wirtschafts- und Sozialreformen für mehr Wachstum und hier sind wir auf einem guten Weg", so der CDU-Politiker.

 

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