Assange-Anwalt hat kein Vertrauen mehr in die US-Justiz. Die Flucht sei die einzige Option, die Menschen bleibe, die Missstände im Staatsapparat aufdeckten.
Das harte Urteil gegen den Soldaten Bradley Manning, der der Enthüllungsplattform Wikileaks Abertausende Geheimdokumente zugespielt hatte, sei ein beunruhigender Präzedenzfall, sagte Ratner. Sollten die Amerikaner den abtrünnigen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden, der die Ausspähaktionen des US-Geheimdienstes öffentlich gemacht hatte, in die Hände bekommen, „würden wir ihn nie wiedersehen“, sagte Ratner. Dagegen kämen Ex-Präsident George W. Bush und seine Kab! inettsmitglieder ungeschoren davon, obwohl zweifelsfrei feststehe, dass sie Folter und einen illegalen „Angriffskrieg“ im Irak autorisiert hätten.
Ratner hat das Center for Constitutional Rights in New York geleitet und ist Präsident des Europäischen Zentrums für Verfassungs- und Menschenrechte in Berlin. Zu seinen Mandanten zählt der Wikileaks-Aktivist Julian Assange, der seit einem Jahr in der bolivianischen Botschaft in London festsitzt und dem in Schweden der Prozess wegen Vergewaltigung gemacht werden soll.
Ratner betonte, Assange würde sich den Vorwürfen stellen, wenn er nicht befürchten müsste, an die USA ausgeliefert zu werden.



