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LKA prüfte 1.550 Hinweise zu Ex-RAF-Terroristen


Polizei, über dts NachrichtenagenturIm Rahmen jahrelanger Ermittlungen gegen drei frühere Linksterroristen hat das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) seit Mai 2016 insgesamt 1.550 Hinweise verfolgt.

Das bestätigte ein LKA-Sprecher der "Welt" (Montagsausgabe). Ein neuer Fahndungsaufruf nach den drei früheren Mitgliedern der Roten Armee Fraktion (RAF) hatte ab dem vergangenen Monat erneut rund 50 neue Hinweise ergeben.

Bei den Gesuchten handelt es sich um ein Trio. Gemeinsam sollen sie in der jüngeren Vergangenheit mit teils schwerer Waffengewalt vor allem in Norddeutschland Geldtransporter, Kassenbüros und Supermärkte überfallen haben.

Ermittelt wird unter anderem wegen versuchten Mordes. Das Trio gehörte zur sogenannten Dritten Generation der RAF. Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen. Die Bundesanwaltschaft bestätigte auf Nachfrage, dass dort derzeit noch 20 offene Ermittlungsverfahren wegen verschiedener Delikte in Zusammenhang mit der RAF geführt werden. Nach Jahrzehnten im Untergrund gerieten die drei Linksterroristen durch einen Raubüberfall auf einen Geldtransporter im Juni 2015 in Stuhr bei Bremen wieder ins Visier der Polizei. Es wurden Fingerabdrücke gefunden.

Gefahndet wurde im Anschluss in den Niederlanden sowie Spanien, Frankreich und Italien. Der langjährige LKA-Abteilungsleiter Matthias Behnke koordinierte die Zielfahndung nach den Gesuchten. "Klar ist für mich, dass sie irgendwo in Deutschland noch aktive Waffendepots haben, vielleicht alte RAF-Depots", sagte Behnke der "Welt".

Bei den Überfällen nach 2015 handele es sich aber nicht um Terrorismus, sondern Geld-Beschaffungskriminalität. Die Gesuchten leben seiner Einschätzung nach ohne aktives Unterstützerumfeld, seien aber weiterhin gefährlich. "Waffen sichergestellt haben wir bisher keine - die Gesuchten haben sie noch." Behnke leitete jahrelang die Abteilung 2 des LKA Niedersachsen, ihr sind Spezialkräfte sowie Zielfahnder zugeordnet. Behnke ist inzwischen im Ruhestand, verfolgt den Tatkomplex allerdings weiter aus der Ferne.

Foto: Polizei, über dts Nachrichtenagentur

 

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