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Mollath packt aus

Mollath will Zustände in deutschen Psychiatrien aufdecken.  Er sei willkürlich gedemütigt und erniedrigt worden und habe damit rechnen müssen, unter Zwangsmedikation gestellt zu werden.

 

Der freigelassene Gustl Mollath erhebt schwere Vorwürfe gegen die Psychiatrien in Deutschland. Er sei willkürlich gedemütigt und erniedrigt worden und habe damit rechnen müssen, unter Zwangsmedikation gestellt zu werden, sagt er in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Die Folgen habe er bei anderen Patienten mit ansehen müssen: Ein Mitpatient etwa habe sich von einem Medikamentencocktail so schwer erbrechen müssen, „als müsste er seine Innereien rauswürgen", berichtet Mollath. „Da werden Menschen folterähnlichen Umständen ausgeliefert.“ Nach außen hin sei die Darstellung der Kliniken geschönt, behauptet er. „Da fällt es schwer zu glauben, dass die Unterbringung die Hölle sein kann.“

 

Selbst seine spontane Freilassung sei eine Tortur gewesen. Man habe ihn nicht darauf vorbereitet, sondern einfach vor die Tür gesetzt, ohne Übernachtungsmöglichkeit oder einen gültigen Ausweis. „Ich hab mehrmals drum gebeten“, sagt der 56-Jährige im stern-Gespräch. „Dieser ach so treusorgende Sozialstaat, dieses ach so fürsorgliche Krankenhaussystem hilft mir nicht.“

 

Er freue sich nun auf einen normalen, selbstbestimmten Alltag, möchte endlich einmal wieder selbst kochen, mit Knoblauch und Olivenöl, „mediterrane Küche“. Außerdem wolle er sich auf den Wiederaufnahmeprozess vorbereiten und dazu Dutzende Kisten voll mit Unterlagen studieren.

 

2003 und 2006 stand Mollath vor Gericht, weil er seine Frau geschlagen und gewürgt haben soll, außerdem soll er Reifen zerstochen haben. Damals wurde er von den Vorwürfen wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, jedoch in die Psychiatrie eingewiesen. „Bei mir hat der deutsche Rechtsstaat versagt“, so Mollath zum stern. Dass es zu einer Handgreiflichkeit mit seiner damaligen Ehefrau gekommen ist, leugnet er nicht. Allerdings sei diese nicht von ihm ausgegangen: „Ich habe meine frühere Frau nicht angegriffen, sie selbst hat sich so verhalten, dass sie diesen Körperkontakt gesucht hat“, erklärt Mollath. „Ich werde dafür sorgen, dass die Wahrheit herauskommt.“

 

Der 56-Jährige war vorige Woche überraschend aus der Psychiatrie entlassen worden. Das Strafverfahren gegen ihn, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, soll neu aufgerollt werden.

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