Ex-Lehman-Konkursverwalter Marsal hält die internationalen Finanzkonzerne weiterhin für extrem krisenanfällig. - Dass er an der Lehman-Pleite 500 Millionen verdiente, findet er normal.
Der ehemalige Konkursverwalter der US-Investmentbank Lehman Brothers, Bryan Marsal, hält die internationalen Finanzkonzerne weiterhin für extrem krisenanfällig. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS nannte Marsal die Lebensversicherungen und Pensionsfonds wegen ihrer riskanten Kreditvergabe „unsere potenziellen Kunden von morgen“. Er sagte: „Unser Geschäft bleibt robust, so lange Leute bereit sind, Risiken einzugehen.“ Marsal hält auch Europas Banken weiterhin für gefährdet: „Es wird in Europa auf alle Fälle noch eine Menge Bankenrestrukturierungen geben.“
Marsals rechtfertigte in FOCUS, dass seine Firma Alvarez & Marsal an der Abwicklung der Pleitebank Lehman Brothers seit 2008 rund 500 Millionen Dollar verdiente. Sie hätten für die Gläubiger viel Geld verdient: „Aus 20 Milliarden machten wir 70 Milliarden Dollar. Wenn jemand für Sie 50 Milliarden Dollar erwirtschaften würde, wären Sie dann nicht auch sofort bereit, ihm dafür ein Prozent als Kompensation zu gewähren?“, fragte er.



