Kann sich der DAX auf diesem Niveau noch mal verdoppeln? "Nein" heißt es unisono an der Börse. Doch auch die wenigsten hätten dem DAX 8600 zugetraut. Die Stimmung ist und bleibt negativ.
Allenthalben neue Rekorde an der Börse. Wie kann das gehen? Sind Aktien nicht überteuert? Droht die Geldsystemkrise nicht mit einem großen Crash? Zunächst einmal nicht. Und darüber hinaus erkennen die Börsianer diese Krise nicht als systemische Krise, sondern als ganz normale zyklische Erscheinung.
Kein Wunder, dass gerade Aktien wie Commerzbank, Eon, RWE aber selbst K+S langsam wieder auf dem Weg nach oben sind. Insbesondere die Versorger gaben dem DAX große Unterstützung, da sie Schwergewichte sind. Bei der Commerzbank werden an der Börse Kursziele um die 10 Euro gereicht. Sind wir damit übern Berg?
Wahrscheinlich nicht. Und es bedeutet selbstversändlich auch nicht, dass die Krise gelöst ist. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Anleger, die ihr Geld in Sachwerte anglegen wollen um es so vor einer drohenenden Inflation zu schützen. Auch Crash-Propheten schließen deshalb einen sogenannten "Crack-Up" Boom nicht aus - die Flucht aus dem Geld rein in Immobilien und Sachwerte. Dazu gehört bekanntlich auch die Börse.
Andererseits sollte man auch nicht aus den Augen verlieren, dass der DAX bereits vor 13 Jahren mal die Marke von über 8000 überschritten hatte. In der Zwischenzeit stehen viele Unternehmen beträchtlich besser da. Und last but not least: Der neue DAX-Rekord täuscht gewaltig, weil es ein Performance-Index ist. Würde man die Dividenden rausrechnen, dann stünde der DAX vermutlich derzeit bei 4000 Punkten.



