Der Goldpreis ist über Nacht auf ein 5-Wochentief von 1.303 USD je Feinunze gefallen. Angesichts der gestrigen Schwäche des US-Dollar ist die aktuelle Preisentwicklung bei Gold als enttäuschend zu bezeichnen, was kurzfristig für einen weiteren Preisrückgang spricht.
Von Commerzbank Commodity Research
Die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD je Feinunze dürfte daher möglicherweise noch heute unterschritten werden. Die Aussicht auf eine bevorstehende Rückführung der Fed-Anleihekäufe überwiegt offensichtlich den Rückzug des ehemaligen US-Finanzministers Summers als Kandidat für den Posten des US-Notenbankchefs.
Die damit wahrscheinlicher gewordene Ernennung der stellvertretenen Fed-Vorsitzenden Yellen zur neuen Chefin der US-Notenbank wurde insbesondere von den Aktienmärkten als Garant für eine Fortsetzung der ultra-lockeren Geldpolitik gesehen. Mit den steigenden Aktienmärkten steigen auch die Opportunitätskosten der Goldhaltung, was sich in seit Tagen fallenden ETF-Beständen widerspiegelt.
Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten auch gestern Abflüsse von 1,1 Tonnen, was dem sechsten Tagesabfluss in Folge entsprach. Auch bei Silber trennten sich ETF-Anleger von ihren Beständen. Die zuletzt gemeldeten Abflüsse von 66 Tonnen waren die stärksten seit Ende Juni. Seit Monatsbeginn sind 146 Tonnen aus den Silber-ETFs abgezogen worden, was den Preisrückgang bei Silber um 10% seit Monatsbeginn erklären kann.



