Wie wohl die Märkte reagieren würden, wenn ein Land der Eurozone einfach für zwei Wochen dicht macht, keine Daten zur Verfügung stellt und die Wall Street-Investoren zittern lässt?
Stellen Sie sich vor, Italien hätte seine Beamten nach Hause geschickt, in Rom wären alle Museen geschlossen worden und man hätte sich erst ein paar Stunden vor Fälligkeit der nächsten Anleihezahlung geeinigt. Was wäre das wohl für ein Aufschrei aus New York und London gewesen!
Da in den USA mit dem „Government Shutdown“ für gut zwei Wochen Zwangsurlaub auf Regierungsebene herrschte, wurden auch keine Statistiken der US-Terminmarktaufsicht über Positionen im Gold und Silberhandel veröffentlicht. Ebenso werden die Arbeitsmarktdaten und andere „unwichtige“ Daten, wie zum Beispiel die Halter von US-Staatsanleihen im Ausland, wohl erst am morgigen Dienstag – und nicht wie ursprünglich geplant letzte Woche - vorgelegt.
Abgesehen davon, dass es in den meisten Ländern tatsächlich besser wäre, wenn Politiker die Menschen nicht bei der Arbeit belästigen würden, hätte es an den Finanzmärkten wohl ein mittleres Erdbeben gegeben.
Insofern hat uns der Government Shutdown in den USA wieder einmal gezeigt, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Erstaunlich, wie gelassen die größten US-Gläubiger China und Japan dieses Theater mitmachen. Andersrum wäre dies sicher nicht so ruhig verlaufen.
Es ist daher fast schon logisch, dass die Anleger in Aktienmarkt flüchten. Denn für zwei Wochen wurde deutlich, dass es auch ohne Politiker und Beamte gut läuft – bei vielen Unternehmen, die nicht am Staatstropf hängen vielleicht sogar besser?! Dass die Fed weiterhin Schrott- und Staatsanleihen aufkauft (wie lange diesbezüglich wohl noch eine Unterscheidung gemacht wird?) und dieses frei werdende Geld zum Großteil in die Aktienmärkte fließt, sollte angesichts dieses Verhaltens daher kaum verwundern. Dass damit eine neue Blase aufgeblasen wird, haben wir des Öfteren bereits illustriert.



