USA: Schwacher Arbeitsmarktbericht spricht gegen "Tapering" noch in diesem Jahr. - Deutsche Bank: DAX 9000.
Von Postbank Research
Mit etwa zweieinhalb Wochen Verspätung wegen des Haushaltsstreits wurde heute der US-Arbeitsmarktbericht für September veröffentlicht. Das lange Warten wurde allerdings nicht durch gute Daten entschädigt. Vielmehr enttäuschte der Bericht die Erwartungen recht deutlich. So wurden im September lediglich 148 Tsd. neue Stellen außerhalb des Agrarsektors geschaffen. Der Markt hatte einen Anstieg um 180 Tsd. erwartet, unsere Prognose lag bei 170 Tsd. neuen Stellen. Mit der Veröffentlichung der September-Daten wurden auch Revisionen an den beiden Vormonaten vorgenommen. Demnach wurden im Juli und August insgesamt 9 Tsd. Arbeitsplätze mehr geschaffen als bislang ausgewiesen, was allerdings nur ein schwacher Trost für die enttäuschenden September-Daten ist.
Die Arbeitslosenquote verringerte sich im September von 7,3% auf 7,2%. Verantwortlich hierfür war zum einen die Entwicklung der Erwerbsbevölkerung, die nach einem kräftigen Rückgang im August wieder leicht stieg. Zum anderen gab die Zahl der Arbeitslosen zum dritten Mal in Folge nach. Die Erwerbsquote, also der Anteil der Erwerbsbevölkerung an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, stagnierte gleichzeitig bei 63,2% und damit auf sehr niedrigem Niveau. Der Rückgang der Arbeitslosenquote in den vergangenen Jahren ist auch auf eine sinkende Erwerbsbevölkerung zurückzuführen, was die grundsätzlich positive Einschätzung des Trends etwas relativiert.
Unter dem Strich verfehlte der US-Arbeitsmarktbericht die Erwartungen klar. Hinsichtlich der Beschäftigungsentwicklung ist in den vergangenen Monaten eine nachlassende Dynamik zu verzeichnen. Vor diesem Hintergrund ist es mehr als fraglich, ob die Fed noch in diesem Jahr mit dem "Tapering" beginnt. Die schwache Verfassung des Arbeitsmarktes dürfte die Notenbank eher dazu veranlassen, die allmähliche Drosselung der Anleihekäufe auf März kommenden Jahres zu verschieben. Dies sehen auch die Märkte so. Der DAX stieg um etwa 40 auf 8935 Punkte, die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sank um 5 Basispunkte auf 1,8% und der Euro wertete zum Dollar von 1,368 auf zeitweise über 1,374 auf.
Laut Michael Schröder (Deutsche Bank) ist es nur eine Frage der Zeit bis der DAX aus der Konsolidierungsformation nach oben ausbricht „und dann aus charttechnischer Sicht sehr dynamisch, sehr schnell in den Bereich der 9.000 Punkte-Marke vorstößt“.



