Bald ist es soweit: Mit der SEPA-Umstellung komt der einheitliche europäische Zahlungsraum (Single Euro Payments Area). Doch was versteht man eigentlich unter diesem Ausdruck? Welche Vorteile und Nachteile bietet diese Veränderung, insbesondere für Unternehmen?
Die SEPA-Neuerungen
In Deutschland besteht für Kontonummern und Bankleitzahlen (BLZ) ein nationales System. Dies ist auch in anderen europäischen Ländern und solchen, die nicht zur Währungsunion gehören, beispielsweise in Norwegen, der Fall. Ab dem 1. Februar 2014 tritt eine Gesetzesänderung in Kraft, welche die Europäer verpflichtet, beide durch den international einsetzbaren Code IBAN (International Banking Account Number) zu ersetzen. Die Nummern sind von der International Organization for Standardization (ISO) und dem Europäischen Normierungsgremium ECBS entwickelt worden, um Bank und Kontonummer weltweit zu identifizieren. Die maximal 34 Nummern zählende Kennung besteht dabei standardmäßig aus denselben Elementen, die ausschließlich in Großbuchstaben und Zahlen ausgedrückt werden:
- 2-stelliger Ländercode („DE“ steht etwa für Deutschland)
- 2-stellige Prüfziffer für die IBAN
- 8-stellige Bankleitzahl, identisch mit der bisherigen BLZ
- Maximal 10-stellige Kontonummer
Schrittweise soll ab dem genannten Datum auch der Bank Identifier Code (BIC) ersetzt werden. Dieser dient zur Identifikation der Bank. Er hat acht bis elf Bestandteile, welche den Identifikationscode für die Bank, die Nationenkennung, eine Ortskennung sowie – freiwillig – eine Bezeichnung der Filiale enthält.
Welche Vorteile und Nachteile bietet die SEPA-Umstellung jedoch konkret für Bürger und insbesondere für Unternehmen?
Vorteile und Nachteile der Umstellung
Die Vorteile sind offensichtlich. Durch die Einheitlichkeit des Zahlungsraums werden jegliche Gebühren vermieden, die bei den national abweichenden Systemen vorher aufgetreten waren. So sollen binnen sechs Jahren allein 123 Milliarden an Überweisungsgebühren wegfallen, wenn die Transaktion in Euro durchgeführt wird. Die Überweisungslaufzeiten wurden übrigens auf einen Bankarbeitstag festgesetzt. Dies beugt Verzögerungen im Zahlungsverkehr oder Fristüberschreitungen wegen langer Banklaufzeiten effektiv vor. Weitere offensichtliche Vorzüge bestehen in der frühen Bekanntgabe des klaren Datums der Umstellung und der dadurch wachsenden Anzahl an Finanzdienstleistern, die nun europaweit von den Nutzern ausgewählt werden können. Trotz des genannten Umstellungsdatums können Verbraucher die alte, kürzere Nummer bis 2016 verwenden. Lastschriftmandate werden EU-weit standardisiert und in allen Sprachen herausgegeben. Somit können ausländische Kunden Lastschriften nutzen und es wird eine umfassende Rechtssicherheit geschaffen. Das elektronische Lastschriftverfahren bleibt weiterhin möglich, auch die bereits geltenden Aufträge. Ebenso besteht das Widerrufsrecht bei Abbuchungen vom eigenen Konto fort. Dies sorgt für eine relativ hohe Verbraucherfreundlichkeit.
Bislang war die Rechtslage so, dass Kontoinhaber Verkäufern die Erlaubnis geben konnten, Geld von ihrem Konto einzuziehen; diese Erlaubnis galt aber bislang nicht für die Bank. Als einer der Nachteile ist es demnach zu bezeichnen, dass eine Rückbuchung nach der SEPA-Umstellung schwerer zu bewerkstelligen ist, da die Erlaubnis ab da für Bank und Einziehenden gilt. Allgemein müssen Unternehmen oder Vereine viel Mühe in die Umstellung investieren, je größer, desto mehr. Dies betrifft die Anforderungen von IBAN und BIC ebenso wie die potentiell nötige Anforderung eines neuen Lastschriftmandats. Zudem ist ab 2014 das schriftliche Mandat des Kontoinhabers notwendig, das eine Einzugsermächtigung erlaubt. Bei den Lastschriften sind im Moment 33 Felder auszufüllen, damit ist SEPA auch komplizierter als DTAUS. Beispiele der einzutragenden Posten sind Gläubigeridentifikationsnummer oder die Mandatsreferenz. Per E-Mail oder telefonisch kann die Erlaubnis nicht mehr durchgeführt werden. SEPA-Lastschriftmandate müssen im Original vorlegen, Scans, Faxe oder Kopien sind nicht gültig, eMandate werden von der deutschen Kreditwirtschaft nicht umgesetzt. Darüber hinaus sind einfach noch nicht alle Unternehmen auf SEPA vorbereitet, viele beenden ihre Vorbereitungen erst im November oder Dezember 2013. Dies kann jedoch zu Engpässen führen. Aufgrund der unzureichenden Vorbereitung kursieren viele Fehlinformationen, die Unternehmen, jedoch auch Kunden verunsichern.
Fazit
Die SEPA-Umstellung ist bald da. Unternehmen sollte deshalb sobald wie möglich die nötigen Änderungen vornehmen. Dazu muss man einige Zeit und Energie verwenden, welche mit der Größe des Unternehmens zumeist ansteigen. Doch mittel- und langfristig wird die Vereinheitlichung Finanztransaktionen vereinfachen und durch die Standardisierung zu einer besseren rechtlichen Absicherung aller Nutzer führen.



