Der globale Geheimdienstkrimi wird immer bizarrer: Die Franzosen arbeiten offenbar mit US-amerikanischen und britischen Geheimdiensten zusammen und liefern ihnen systematisch Informationen - unter dem Codenamen "Lustre". - Hersteller bekräftigt: Das Kanzler-Phone ist sicher.
Auf dem EU-Gipfel haben Frankreich und Deutschland noch gemeinsam Empörung gezeigt - neu aufgetauchte Dokumente werfen ein neues Licht auf die Sache: Die Franzosen arbeiten offenbar mit US-amerikanischen und britischen Geheimdiensten zusammen und liefern ihnen systematisch Informationen.
Unter dem Codenamen "Lustre" hat die Regierung in Paris vor einiger Zeit einen Kooperationsvertrag - ein sogenanntes Drittparteiabkommen - mit dem Geheimdienstbündnis "Five Eyes" geschlossen, dem neben den USA und Großbritannien auch Neuseeland, Kanada und Australien angehören.
Dies geht aus Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden hervor, die der Norddeutsche Rundfunk und die "Süddeutsche Zeitung" einsehen konnten. Den Unterlagen zufolge haben neben Frankreich auch Israel, Schweden und Italien einen ähnlichen Kooperationsvertrag mit dem britischen und US-amerikanischen Geheimdienst geschlossen.
Hersteller bekräftigt: Das Kanzler-Phone ist sicher
Die vor sechs Jahren gegründete Düsseldorfer Secusmart GmbH ist fest davon überzeugt, dass das von ihr ausgestattete Handy der Bundeskanzlerin sicher ist. Geschäftsführer Hans-Christoph Quelle sagte der F.A.Z. (Samstagsausgabe): "Selbst mit Spezialrechnern bräuchte man nach heutigem Stand der Technik theoretisch 149 Billionen Jahre, um diesen Code zu knacken."
Zu den Kunden gehören alle Bundesministerien, viele deutsche DAX-Unternehmen und auch die Kanzlerin selbst. Wie sich am Freitag herausstellte, ist Merkel mit dem Secusmart-Smartphone nicht abgehört worden. Stattdessen soll der US-Geheimdienst NSA ein von der Regierungschefin genutztes ungeschütztes CDU-Parteihandy abgefischt haben.



