Nobelpreisträger Pissarides zur Eurokrise: Das Durchwursteln geht nicht mehr lange gut. "Wenn die Politik nicht zu Reformen bereit ist, sollten wir darüber nachdenken, den Euro abzuschaffen".
Pissarides forscht an der London School of Economics und erhielt 2010 den Nobelpreis. Er berät den zypriotischen Präsidenten Nikos Anastasiadis in Wirtschaftsfragen.
Die Eurozone muss dringend wichtige Reformen angehen, um nicht das Scheitern des Euros zu riskieren. Der Ökonomie-Nobelpreisträger Christopher Pissarides glaubt, dass sich die Euroländer ein Durchwursteln nicht mehr lange leisten können.
Zu den dringend notwendigen Reformen zählt Pissarides eine gemeinsame Bankenaufsicht, eine Bankenunion und eine „bessere finanzpolitische Abstimmung in der Eurozone“, fordert Pissarides. „Die EU-Kommission sollte über eine unabhängige Agentur die Finanzpolitik in allen Staaten der Euro-Zone kontrollieren. Sie sollte eigene Vorhersagen machen und bei den nationalen Regierungen hinterfragen, warum diese bestimmte Dinge tun.“
Zudem seien weitere Schuldenschnitte notwendig. „Ich plädiere für Schuldenschnitte, so wie wir sie bei manchen Schwellenländern und in Griechenland gesehen haben“, so Pissarides. Allerdings müssten die Schuldenschnitte nicht zu knapp ausfallen, damit Investoren wieder bereit sind, den Krisenländern Geld zu leihen.



