saKurzurlaub in Dänemark: Endlich haben wir es geschafft, uns ein Wochenende komplett freizuräumen. Das wollen wir auch nutzen. Zu diesem Zweck hatten wir bereits vor einigen Wochen einen kleinen Mietwohnwagen auf dem Campingplatz „Skiveren Camping“ in Dänemark gebucht.
Von Louisa und Steffe Winkler
Endlich haben mein Mann Steffen und ich es geschafft, uns ein Wochenende komplett freizuräumen. Das wollen wir auch nutzen. Zu diesem Zweck hatten wir bereits vor einigen Wochen einen kleinen Mietwohnwagen auf dem Campingplatz „Skiveren Camping“ in Dänemark gebucht. Der Platz liegt im sogenannten Nordjütland. Das ist ziemlich nah an der nördlichsten Stadt Dänemarks, Skagen, dran. Bevor der Großstadtstress uns aufhalten kann, packen wir unsere sieben Sachen zusammen, setzen uns ins Auto und lassen Hamburg hinter uns zurück. Es ist Anfang September und es geht nordwärts!
Warum ein Campingurlaub?
Die Entscheidung für einen Camping-Kurzurlaub war uns beiden alles andere als leicht gefallen. Meine erste Idee war es, nach Spanien zu fliegen. Wir hatten immerhin unsere Flitterwochen 2008 in Madrid verbracht und ich hätte die Stadt wirklich gerne nochmal besucht. Steffen war dafür nicht wirklich zu begeistern. Er wollte in den Harz fahren. Seine ganze Familie wohnt im Mittelgebirge und wir waren schon lange nicht mehr zu zweit dort. Nach langem Hin und Her einigten wir uns darauf, etwas ganz Neues auszuprobieren. Wir wollten campen gehen und das am besten am Meer. Zelten wollen wir allerdings lieber nicht, weil uns das zu unbequem ist für den Anfang. Vielleicht nehmen wir das in Zukunft mal in Angriff. Damit wir zumindest aus Deutschland rauskommen, entschieden wir uns für Dänemark. Keiner von uns hatte hier schon mal Urlaub gemacht. Das wird bestimmt eine spannende Sache.
Vorbereiten, Einpacken und Abfahren:
Campen ist im Gegensatz zu einem normalen Hotelaufenthalt oder so ziemlich anders. Das fängt schon bei der Auswahl passender Klamotten an. Obwohl es noch ein bisschen sommerlich draußen ist, ist es vor allem nachts nicht wirklich warm. Besonders direkt am Meer ist es wegen dem Wind oftmals sogar ziemlich frisch. Grad für mich als Frostbeule ist das wirklich schlimm, obwohl wir in einem Wohnwagen schlafen werden. Deshalb kauften wir nicht nur warme Mumienschlafsäcke ein, sondern auch dicke Outdoor-Jacken. Steffen hat bei der Wahl der Jacken gut mitgedacht und kaufte welche, die windabweisend sind. Dafür war und bin ich ihm dankbar! Die meisten Sachen haben wir in Hamburg direkt gekauft, aber ein paar Sachen haben wir auch im Internet bestellt (bei campz.at). Sie kommen zusammen mit unseren beiden großen Kopfkissen (auf die wollten wir nämlich nicht verzichten) und eine Menge Proviant, zwei Reisekoffer und Gummistiefel. Auch auf den Rotwein wollten Steffen und ich nicht verzichten. Den verstauten wir bruchsicher hinter dem Beifahrersitz.
Hinfahrt und Ankunft:
Es ist Freitag, so gegen 13:00 Uhr. Wir haben uns beide den halben Tag freigenommen und Steffen holt mich direkt bei meiner Arbeitsstelle ab. Das Gepäck haben wir am Abend zuvor schon in den Kofferraum gepackt. Das erste Mal seit Monaten erlebe ich Hamburg ohne den stressigen Feierabendverkehr. Trotzdem dauert es ein bisschen, bis wir aus der Stadt rauskommen. Wir fahren quer durch das nördlichste Bundesland Deutschlands durch. In der Nähe von Neumünster halten wir, um zu tanken, danach geht es weiter nach Norden. Ich nutze die Zeit und gucke mir eine Broschüre über den Campingplatz an, die ich im Internet gefunden habe. Irgendwie hatte ich da bisher noch keine Zeit zu. Ich muss mich also überraschen lassen. Auf der Hälfte wechseln wir uns mit dem Fahren ab, damit auch Steffen ein bisschen was von seinem Feierabend hat. Den hat er sich schließlich verdient. Ich bin froh, dass die Straßen in Dänemark so leer sind. Immerhin bin ich nicht gerade eine begeisterte Autofahrerin. Nach fast 6 Stunden sind wir dann endlich da. Während Steffen das mit der Anmeldung erledigt, mache ich mir ein erstes Bild von dem Campingplatz.
Campingplatz und Wohnwagen:
Der Campingplatz ist sehr groß. Es ist etwas von Wald umgeben und bis zum Strand ist es nicht weit. Immer, wenn es zwischendurch mal etwas leiser ist, höre ich sogar die Nordsee rauschen. Es gibt viele Freizeitangebote für Kinder, zum Beispiel einen Spielplatz oder auch die Möglichkeit, baden zu gehen. Dafür ist es als wir ankommen aber etwas zu kalt. Auch von den Erwachsenen badet hier keiner mehr. Dafür betätigen sich viele sportlich. Sie spielen Basketball oder Volleyball. Es sind viele Familien mit Kindern und Hunden hier. Für den Fall, dass das Wetter schlecht werden sollte, gibt es auch viele Freizeitaktivitäten in den Gebäuden auf dem Campingplatz. Die habe ich mir allerdings nicht angesehen – immerhin will ich hier etwas Natur erleben. Die meisten Besucher haben ihren eigenen Wohnwagen mitgebracht und nicht wie wir einen angemietet. Ich bin gespannt, wie mir das Leben in dem Wohnwagen gefallen wird. Nachdem Steffen alles abgewickelt hat und uns unser Wohn- und Schlafplatz gezeigt wurde, parken wir unser Auto. Das Gepäck schleppen wir in den Wohnwagen. Er ist etwas kleiner, als ich es erwartet hätte. Trotzdem passen wir mitsamt unserem Zeug hinein. Für den dauerhaften Aufenthalt ist mit die Unterbringung leider nicht geräumig genug, deshalb zieht es uns schnell wieder nach draußen. Allerdings sollte es zum Schlafen ausreichen.
Aufenthalt und Freizeitgestaltung:
Freitag:
Am ersten Abend unternehmen wir nichts Großes mehr. Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen, öffnen den Rotwein und schnappen uns beide etwas zu Lesen. Die Umgebung des Campingplatzes ist ziemlich ruhig, nur die Geräusche der Besucher (z.B. spielende Kinder) sind zu hören. Wir verbringen die Abendstunden am Freitag damit, im Urlaub anzukommen. Abschalten will eben doch gelernt sein!
Samstag:
Am Samstag machen wir einen Ausflug nach Skagen. Skagen ist die nördlichste Stadt Dänemarks. Neben einem Stadtbummel, bei dem wir Postkarten einkaufen, ausfüllen und abschicken, steht auch der Besuch des Skagensmuseums auf unserem Tagesplan. Hier werden Bilder der Skagensmaler ausgestellt. Die Malergruppe lebte und arbeitete Ende des 19. Jahrhunderts in Dänemark. Skagen war zu der Zeit ein Treffpunkt für Künstler aus ganz Dänemark. Die meisten Bilder der Skagenmaler beschäftigen sich mit typisch dänischen Motiven wie Fischer bei der Arbeit und Strände. Steffen ist ziemlich begeistert von den Bildern. Ich finde sie nach einer Weile ein bisschen langweilig, allerdings will ich den Eintritt auch nicht umsonst bezahlt haben. Danach gehen wir einen Kaffee trinken. Am späten Nachmittag fahren wir weiter bis an die nördliche Spitze Dänemarks zum Kap Skagen. Die Aussicht ist fantastisch, denn hier treffen Nordsee und Ostsee aufeinander. Die Meere haben sogar eine leicht unterschiedliche Farbe. Sie donnern mit aller Gewalt gegeneinander. Ich mache mehrere Fotos von dem Geschehen.
Leider ist Steffen sehr fotoscheu. Er bat mich deshalb nach dem Urlaub, die Bilder nicht ins Internet zu stellen. Ich ärgere mich sehr, kein Foto ohne ihn drauf gemacht zu haben. Aber wenigstens in mein Fotoalbum darf ich die Bilder kleben – Glück gehabt! Als Ersatz habe ich für diesen Urlaubsbericht Bilder aus dem Internet gesucht und eingefügt.
Am Abend spielen wir eine Runde Minigolf. Der Campingplatz hat einen eigenen Platz dafür eingerichtet. Ich gewinne.
Sonntag:
Bevor es am Montag wieder zurück Richtung Heimat geht, beschließen wir, den Sonntag ruhig zu verbringen. Wir machen einen langen Spaziergang am Sandstrand der Ostsee. Dabei gehen wir bis zu den Knien ins Wasser. Es ist kälter als ich gedacht hätte, aber angenehm. Ich sammele viele verschiedene Muscheln und Steine am Strand ein. Steffen findet sogar einen Stein mit einem Loch drin. Er erklärt mir, dass das Loch vermutlich vom Wasser da reingespült wurde. So ein Vorgang dauert viele Jahre. Aus diesem Grund gelten solche Steine als Glücksbringer. Wir nehmen also mehr als nur eine schöne Erinnerung an den Urlaub mit.
Weil es heute etwas wärmer als gestern ist und weil das Wasser im Pool wärmer ist als die Nordsee, gehe ich einige Stunden später an den Pool. Allerdings friere ich schon nach kurzer Zeit und schwimme nicht mehr als ein paar Runden. Steffen verbringt die Zeit im Fitnessraum. Er ist in einem der Gebäude vor Ort untergebracht.
Den letzten Abend lassen wir wieder mit einer Flasche Rotwein ausklingen. Wir kommen mit anderen Gästen des Campingplatzes ins Gespräch. Bis spät in die Nacht sitzen wir vor unserem Wohnwagen und genießen unseren kleinen Urlaub.
Rückreise und Fazit:
Am frühen Montagvormittag packen wir unsere Sachen wieder zusammen und säubern den Wohnwagen. Danach schaffen wir die Koffer und uns ins Auto und brechen auf. Am frühen Nachmittag machen wir einen kleinen Zwischenstopp in Aarhus. Aarhus liegt an der Ostseeküste. Damit habe ich in meinem Kurzurlaub gleich von zwei Meeren etwas gehabt. Mir gefällt die Innenstadt von Aarhus sehr, besonders der Dom hat es mir angetan. Er ragt weit über alle Häuser hinaus.
Nach zwei Stunden fahren wir los. Bis nach Hamburg ist es schließlich noch ein weiter Weg. Unterwegs lassen wir den Kurzurlaub Revue passieren.
Besonders gut gefallen haben uns die vielen Freizeitangebote und die ruhige Lage des Campingplatzes. Allerdings sind wir uns einig, dass der Platz eher für Familien mit Kindern geeignet ist. Wir nehmen uns vor, kommende Dänemarkbesuche (und die planen wir schon jetzt) auch mal woanders zu verbringen, um Alternativen kennenzulernen. Vielleicht probieren wir dann auch einen Campingplatz aus, auf dem wir auch mal das Zelten testen können. Das wäre dann wieder eine neue Erfahrung für uns. Was mir an unserem Urlaub am meisten gefallen hat, war der Besuch des nördlichsten Orts in Dänemark. Ich fand die Aussicht atemberaubend. Steffen mochte das Museum der Skagenmaler sehr.
Der Urlaub in Dänemark hat uns gut gefallen, leider war er etwas zu kurz. Das nächste Mal wollen wir ein bisschen länger bleiben. Der Erholungseffekt hat aber auch so eingesetzt. Wir starten beide erfrischt in die neue Woche. Dänemark, wir kommen wieder!



