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Commerzbank: Übernahme?

Commerzbank-Chef Blessing lehnt Übernahme seines Instituts nicht grundsätzlich ab.

 

Commerzbank-Chef Martin Blessing lehnt eine Übernahme seines Instituts nicht grundsätzlich ab. „Selbstständigkeit ist für mich kein Selbstzweck“, sagt er der „Welt am Sonntag“. „Ich will, dass unsere Mitarbeiter das Gefühl haben können, etwas Sinnvolles für die Volkswirtschaft zu tun.“ Damit schließt Blessing einen Eigentümerwechsel nicht aus. In den vergangenen Monaten war immer wieder spekuliert worden, dass sich ausländische Konkurrenten wie die spanische Santander oder die Schweizer UBS für das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut interessieren könnten.

 

Die Commerzbank gilt als angeschlagen. Auch der Vorstandschef wird deswegen in der Öffentlichkeit immer wieder kritisiert. Diese Dauerkritik gehöre aber, so Blessing, zu seinem Job als Vorstandsvorsitzender. Auf die regelmäßigen Mutmaßungen über seinen weiteren Verbleib an der Bankspitze reagierte er in der „Welt am Sonntag“ gelassen:„Ich unterliege nicht der Illusion, dass jemand unersetzlich ist“, sagte Blessing.

 

Als Kernproblem der Commerzbank gilt derzeit das kaum noch profitable Privatkundengeschäft. Auf der Suche nach einer neuen Strategie spielte das Management im vergangenen Jahr nach Informationen aus Bankkreisen sogar Extremszenarien wie einen Verkauf oder eine Schließung der Privatkundensparte durch. Diese Planspiele seien jedoch rasch verworfen worden: „Das hätte die geordnete Abwicklung der Bank bedeutet“, heißt es im Umfeld des Vorstands.

 

Stattdessen kündigte die Commerzbank vor einem Jahr ein Spar- und Investitionsprogramm an. 5200 Stellen sollen wegfallen. Die 1200 Filialen sollen jedoch einstweilen erhalten bleiben. Eine Strategie, die intern offenbar nicht unumstritten ist. In Bankkreisen heißt es, dass schon heute 20 Prozent der Filialen schlecht gelegen sind und kaum wachsen. Die Bank unterhält also rund 250 Filialen im Land, die sich kaum lohnen. Im Top-Management hält sich jedoch die Überzeugung, dass es trotz der zunehmenden Bedeutung des Online-Bankings verfrüht wäre, Zweigstellen zu schließen. Die Bankführung befürchtet dem Vernehmen nach, in diesem Fall unter dem Strich Kunden zu verlieren.

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