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China droht mit Petro-Yuan

Parteizeitung „Xinhua“: Wir haben genug, wir wollen eine „de-amerikanisierte“ Welt! - „Was das Fass zum Überlaufen brachte, ist der kürzliche Showdown im amerikanischen Parlament." - Das inoffizielle Datum für die vollständige Konvertibilität des Yuan liegt zwischen 2017 und 2020.

 

Peking wird deutlich: Wir haben genug, wir wollen eine „de-amerikanisierte“ Welt! In einem Leitartikel in der Parteizeitung „Xinhua“ wird klar festgehalten: „Was das Fass zum Überlaufen brachte, ist der kürzliche Showdown im amerikanischen Parlament. Dieses unwürdige Gezänk hat – so der chinesische Leitartikel – die Grenzen der amerikanischen Machtansprüche klar aufgezeigt. „Eine Nation, die ihre Probleme vor der ganzen Welt auslegen muss und sich dann wochenlang um deren Lösung streitet, kann keinen Anspruch auf Weltführung erheben.“

 

Happig der chinesische Vorwurf, wir zitieren wörtlich: „...statt seinen Pflichten als eine verantwortungsvolle Führungsmacht nachzukommen, hat ein eigennütziges Washington seinen Status als Supermacht missbraucht und noch mehr Chaos in die Welt eingeführt, indem finanzielle Risiken nach Übersee verschoben, regionale Spannungen inmitten territorialer Streitigkeiten angestiftet und ungerechtfertigte Kriege unter dem Deckmantel von kompletten Lügen gekämpft worden sind“.


Peking beginnt mit mehr Mitsprache beim Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Bezug auf Schwellen- und Entwicklungsländer. Mit dem klaren Ziel, die chinesische Währung schrittweise zur inter- nationalen Leitwährung (!) zu etablieren.

 

Peking wird dabei keine vollständige Zerschlagung des Bretton-Woods-Systems befürworten, zumindest (noch) nicht jetzt. Denn es schlagen zwei Seelen in Pekings Brust. Es kann den Dollar nicht einfach sausen lassen. Die Volksrepublik China ist der grösste Halter von amerikanischen Schatzverschreibungen, hält fast ein Drittel! Peking würde sich selbst also am meisten schaden. Aber Experten sehen schon seit Jahren die chinesische Handschrift in den Schwellen- und Entwicklungsländern.

 

Dort werden gute Vermögenswerte (und ganze Landstriche) gegen Dollars ver- und von den Chinesen gekauft. So werden sie ihre (Papier-) Dollarhorte schrittweise los und erstehen dafür gute Substanz.

 

Der zweite Weg ist der internationale Handel. In diesen Staaten werden Kredite in chinesischer Währung gewährt, der wichtige Rohstoff- und Erdölhandel wird zusehends in Yuan abgewickelt, und Amerika kann nur zähneknirschend zusehen, wie seine (Dollar-)Macht stetig erodiert und ausgehöhlt wird.

 

Konsequent werden auch die internationalen Handelswege ausgebaut. Durch einen Hafen in Burma wird die gefährliche Strasse von Malakka ignoriert, durch die neuen Eisenbahnlinien, intern bereits die „Eiserne Seidenstrasse“ genannt, werden konsequent vorerst die benachbarten Ländern verkehrstechnisch erschlossen. Im Visier sind deutlich Indonesien, Malaysia, Indien und Vietnam, aber auch schon Australien als wichtigster Rohstofflieferant. Überall werden vorerst „selbstlos“ das Verkehrsnetz und die Verschiffungshäfen ausgebaut. Und immer getreu dem Sprichwort: „Wo ein Chinese sich niedergelassen hat, wird immer ein chinesischer Stützpunkt sein“.


Im internationalen Rohstoffhandel spricht man seit einigen Monaten offen von einem „Petro-Yuan“, der täglich an Gewichtung zunimmt und an Bedeutung gewinnt. Beim kürzlichen Besuch eines unserer Redaktoren in Peking hat denn auch ein hoher Beamter sarkastisch und mit sichtlichem Stolz den Fahrplan erklärt: „Das inoffizielle Datum für die vollständige Konvertibilität des Yuan liegt zwischen 2017 und 2020.“

 

Das Ziel ist klar: Weg von der weiteren Anhäufung von amerikanischen Staatspapieren! Was auf lange Sicht unmissverständlich bedeutet, dass Peking sich aus diesem Markt mehr und mehr entfernen wird. Das wird es für die USA noch viel teurer machen, sich Geld zu leihen! Amerika sei vorgewarnt: In zehn Jahren werden die finanzpolitischen Machtverhältnisse grosse Verschiebungen erfahren. Und es wird den USA und auch dem Westen nicht zum Vorteil gereichen.

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