Westerwelle warnt vor Asyl für Snowden. FDP-Außenminister, Ischinger, Teltschik und Lambsdorff gegen politisches Asyl für den US-Whistleblower Snowden in Deutschland.
Der geschäftsführende Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und führende Vertreter des transatlantischen Dialogs warnen vor einem politischen Asyl für den US-Whistleblower Edward Snowden. "Bei allem Ärger, eine gute Partnerschaft mit den USA ist unersetzbar. Auf beiden Seiten des Atlantiks müssen wir jetzt darauf achten, das Verhältnis nicht dauerhaft zu beschädigen", sagte Westerwelle am Montag SPIEGEL ONLINE.
Der frühere Berater von Kanzler Helmut Kohl und langjährige Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz, Horst Teltschik, sagte am Montag: "Ich bin strikt gegen ein politisches Asyl von Snowden in Deutschland. Ich bin mir sicher, dass dadurch die deutsch-amerikanischen Beziehungen in erhebliche Turbulenzen geraten werden. Davon haben wir ohnehin schon genug." Snowden in Deutschland werde auf Seiten der US-Regierung das Fass zum Überlaufen bringen.
Auch der ehemalige Botschafter Deutschlands in den USA und jetzige Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnte vor einem solchen Schritt. "Ich bin gegen ein Asyl für Snowden. Aus Gründen der außenpolitischen Schadensabwägung", so Ischinger.
"Snowden hat der Öffentlichkeit einen Dienst erwiesen, aber er ist kein politisch Verfolgter. Einen zwingenden Grund, ihn nach Deutschland zu holen, gibt es nicht, denn man kann ihn problemlos in Moskau vernehmen", sagte der FDP-Europaabgeordnete und Mitbegründer der" Atlantischen Initiative", Alexander Graf Lambsdorff. "Das muss jetzt der nächste Schritt sein. Es ist sicher richtig ihn anzuhören", so der Liberale.
Snowden, der die Tätigkeit des US-Geheimdienstes NSA enthüllte, lebt derzeit in Moskau.



