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EZB-Zinsen: Warnsignal?

EZB-Zinssenkung als Warnsignal. DAX  auf neuem  Allzeit-Hoch. Übertreibung bei Twitter. Frankreich herabgestuft. Taifun  „Haiyan“ zerstört ganz Städte  in den Philippinen. Kommt eine Deflation oder Inflation?. Gold im Tiefflug. IWF empfiehlt eine Zwangsabgabe für Vermögende.

 

von Andreas Männicke 

Die EZB senkte überraschend den Zins von 0,5 auf 0,25%, was den DAX am 7. November auf den neuen Rekordstand von 9.180 Indexpunkten im Hoch katapultierte. Nach guten Arbeitsmarktdaten in den USA schloss der DAX am Freitag bei 9078 bzw. nachbörslich bei 9096 Indexpunkten.

 

Der Dow Jones schloss nahe des Allzeit-Hochs bei 15.762 Indexpunkten. An der Wall Street war der Börsengang von Twitter das Hauptereignis der letzten Woche. Der Börsenkurs von Twitter verdoppelte sich noch am Tag der Börseneinführung von 26 auf über 50 USD, um dann auf 42 USD zu konsolidieren. Greenspan würde das eine „überschwängliche Übertreibung“ nennen. Twitter hat zwar 250 Mio. User, macht aber im Gegensatz zu Facebook noch Verluste. Zudem hat Facebook 1,2 Mrd User. Mit einer Marktkaptalsierung von 17 Mrd € ist Twitter für mich zu hoch bewertet und wird im Kurs demnächst wohl kräftig fallen. Hier werden die Shorties ihre Freude haben.

 

 Der Euro gab durch die Zinssenkung deutlich auf unter 1,34 EUR/USD kräftig nach. Begründet hat EZB-Chef Draghi die Zinssenkung mit der niedrigen Inflationsrate von 0,7% in Europa, was historisch die niedrigste Inflationsrate seit Bestehen der EU ist. Sparer werden durch diese niedrigen Zinsen kalt enteignet, was man auch finanzielle Repression nennt. Aus einem IWF-Papier ging hervor, dass der IWF eine Vermögensabgabe in Höhe von 10% empfiehlt, um die Schulden im Euro-Raum in den Griff zu bekommen. Kommt so eine Zwangsabgabe, werden nicht nur Sparer kalt enteignet.

 

Da der der Dollar wieder stärker wurde, konnten auch Rohstoffe nicht performen, die sich im Oktober noch gut erholt hatten. Die Notenbanken scheinen durch die Nullzinspolitik auch einer möglichen Deflation entgegenwirken zu wollen. Es gibt aber sehr unterschiedliche Inflationsarten in einzelnen Ländern. So stieg die Inflationsrate in China merklich an. Auch die Lebensmitteinflation bleibt hoch. Durch die expansive Geldmengenpolitik der Notenbanken gibt es auch eine Asset-Inflation im Bereiche Immobilien und Aktien, was aber auch zu „Bubble-„Bildungen führen kann.

 

Im Auge muss der Anleger auch weiterhin die Verschuldungssituation von einzelnen Ländern haben. Die Troika prüft gerade in Griechenland, ob Griechenland eine weitere Kredittranche ausbezahlt werden kann. S&P senkte das Rating in Frankreich von AAA auf AA aufgrund fehlender Reformen, was aber auch als weiteres Warnsignal  empfunden werden kann. Problematisch bleibt es auch in Italien. In den USA wird es im Januar wieder heiß hergehen, wenn dann ein neuer Haushalt und eine neuen Schuldengrenze beschlossen werden soll. Eine Nicht-Einigung wäre ein black swan.

 

Geopolitisch gibt es Hoffnungen, dass die USA nun tatsächlich mit dem Iran in einen Dialog eintreten und Sanktionen abmildern, wobei Israel nach wie vor dabei nicht mitmacht und auf Konfrontation geht, weil sie Iran als Wolf im Schafspelz sehen. Es steht nunmehr auch fest, dass der Iran militärisch mit eigenen Soldaten in Syrien eingreift, was eigentlich auch eine „rote Linie“ für die USA sein sollten.

 

Der Taifun „Haiyan“ in den Philippinen macht deutlich, dass die Naturkatastrophen auch vom Schadensvolumen immer mehr zunehmen. Die zeigte auch schon der Sturm „Christian“ in Deutschland. Es gibt schon über 1000 Tote und ganze Städte wurden zerstört. Jetzt wütet der Monstersturm über Vietnam.

 

Der Withleblower Edward Snowden bleibt eine Trumpfkarte für Russland. Es ist anzunehmen, dass dabei scheibchenweise noch so einige Skandale aufgedeckt werden. Der NSA-Skandal wird und wohl noch weiter beschäftigen, was bisher aber als non event an den Börse aufgefasst wird. Es ist für die zukünftigen diplomatischen Beziehungen aber nicht ganz unwichtig, ob Snowden vor einem deutschen Untersuchungsausschuss aussagen wird oder nicht.

 

Der RTS-Index gab zwar um 1,78% auf 1478 Indexpunkte  nach, auch weil der WTI-Ölpreis auf ein Tief von 94,3 USD fiel, aber es gibt aufgrund der niedrigen Bewertung jetzt einige Chancen in Russland.

 

Einige Aktien im Muster-Depot des EAST STOCK TRENDS wie Magnit (>1200%) und Bank of Georgia (>1500%) konnten sich sogar seit Erstempfehlung in 2009  mehr als verzehnfachen. Aussichtsreich sind jetzt auch russische Stahl- und Goldaktien als Turnaround-Kandidaten.

www.eaststock.de

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