China überholt Indien klar als weltgrößten Goldnachfrager. - Die Zentralbanken haben mit 93,4 Tonnen 17% weniger Gold gekauft als noch vor einem Jahr.
Von Commerzbank Commodity Research
Der World Gold Council (WGC) hat heute Morgen seinen Bericht zu den Nachfragetrends im dritten Quartal veröffentlicht. Demnach ist die globale Goldnachfrage im Vergleich zum Vorjahr um 21% auf 868,5 Tonnen gesunken.
Dies war Abflüssen aus den ETFs, geringeren Zentralbankkäufen und der Erhöhung der Steuern in Indien geschuldet. Gemäß WGC haben Investoren aus den Gold-ETFs im dritten Quartal 118,7 Tonnen abgezogen, da es zu einer Umschichtung von Gold in riskantere Anlageklassen wie z.B. Aktien kam.
Die Zentralbanken haben mit 93,4 Tonnen 17% weniger Gold gekauft als noch vor einem Jahr. Für dieses Quartal erwartet der WGC aber wieder höhere Zentralbankkäufe, so dass für das Gesamtjahr die bislang unterstellten 350 Tonnen überschritten werden könnten. Die globale Schmucknachfrage ist – getrieben von China und dem Nahen Osten – um 5% auf 487 Tonnen gestiegen. Und auch die Nachfrage nach Münzen und Barren legte um 6% auf 304 Tonnen zu.
Die niedrigeren Preise haben hier offensichtlich Schnäppchenjäger angelockt. Die indische Goldnachfrage brach um 32% auf 148,2 Tonnen ein, die Importe fielen auf nur noch 85 Tonnen und damit den niedrigsten Wert seit dem ersten Quartal 2009. Die chinesische Goldnachfrage stieg um 18% auf 209,6 Tonnen.
In den ersten drei Quartalen des Jahres hat China somit 779,6 Tonnen Gold gekauft und damit Indien klar als weltweit größten Goldkonsumenten (714,7 Tonnen) verdrängt. Daran dürfte sich auch im restlichen Jahresverlauf nichts ändern, zumal der WGC seine bisherige Schätzung bestätigte, dass China im Gesamtjahr über 1.000 Tonnen Gold kaufen wird.



