Schicks zurück oder schrei vor Glück: Den Werbeslogan nehmen immer mehr Menschen ernst. Sie bestellen sich massenweise Klamotten bei Zalando, feiern eine Party, und schicken den Plunder wieder zurück. Doch das treibt nicht nur kleine Internetanbieter in den Ruin.
Jeder Dritte bestellt Waren online, obwohl er oder sie bereits beim Kauf weiß, dass die Artikel mit großer Wahrscheinlichkeit wieder zurückschickt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine unter 1.000 Teilnehmern durchgeführte Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Schuld daran ist das kostenlose Rückgaberecht, das Online-Shopping für viele Kunden besonders attraktiv macht, jedoch bei den Händlern enorme Kosten verursacht.
Die Kosten der Retouren aufseiten der Händler sind enorm: Eine auf Umfragen basierte Schätzung der Universität Bamberg aus dem vergangenen Jahr hat ergeben, dass rund 250 Mio. Pakete wieder zurückgeschickt wurden. Jede einzelne Rücksendung kann bis zu 17 Euro kosten, ganz abgesehen von der enormen Wertminderung der zurückgeschickten Ware.
Die Höhe der Anzahl jener Rückgaben liegt in Deutschland je nach Warengruppe schätzungsweise zwischen acht und 30 Prozent. Während Möbel und Geschenkartikel eher seltener zurückgesendet werden, liegt der Anteil bei Bekleidung und Schuhen angeblich sogar bei einem Drittel. Auch von sogenannten "Zalando-Partys", bei denen die bestellten Artikel nach der Modenschau im eigenen Wohnzimmer wieder retourniert, werden, ist die Rede.
Immer mehr Leute bestellen bei Online-Händlern Klamotten, Schuhe, oder Dinge des alltäglichen Gebrauchs und schicken sie Tage später wieder zurück, wird in Branchenkreisen gemunkelt. Sogar von Brautpaaren wird berichtet, welche ihre Ausstattung im Internet bestellen und nach der Trauung wieder retour schicken.



