Gold / Silber: Im heute zu Ende gehenden Handelsmonat droht sogar der stärkste prozentuale Monatsverlust seit Juni. - Inder greifen verstärkt auf Altgold zurück, aber wie lange noch?
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis konnte sich zwar leicht erholen, schafft es bislang aber nicht, sich wieder über der Marke von 1.250 USD je Feinunze zu etablieren. Im heute zu Ende gehenden Handelsmonat droht sogar der stärkste prozentuale Monatsverlust seit Juni.
Ein Grund hierfür ist neben den bis zuletzt anhaltenden ETF-Abflüssen die Importschwäche Indiens. Diese Schwäche könnte durchaus noch etwas länger anhalten. Denn aufgrund der deutlich gestiegenen physischen Prämien greifen indische Haushalte verstärkt auf Altgold zurück, um an Gold für die derzeit laufende Hochzeitssaison zu kommen.
Laut World Gold Council stieg das Angebot an Altgold in Indien bereits im dritten Quartal auf 61 Tonnen und lag damit doppelt so hoch wie in den beiden vorangegangenen Quartalen zusammengenommen. Die Importe fielen dagegen auf nur noch 85 Tonnen, verglichen mit 553 Tonnen im ersten Halbjahr. Diese Entwicklung dürfte der indischen Regierung zupasskommen, schließlich war es deren Ziel, die Goldimporte einzudämmen und damit das Leistungsbilanzdefizit zu entlasten. Dauerhaft wird sich die indische Goldnachfrage von knapp 1.000 Tonnen pro Jahr auf diese Weise jedoch nicht befriedigen lassen, so dass im nächsten Jahr wieder mit höheren Goldimporten zu rechnen ist.



