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Leitzins: Die Auswirkungen auf Spareinlagen und Kredite

Zinssenkungen der Banken sind für Sparer nun wahrlich nichts Neues mehr. Gute Zinsen, beispielsweise beim Tagesgeld, gehören schon lange der Vergangenheit an.

 

Durch die erst kürzlich vollzogene Senkung des Leitzinses auf einen historischen Tiefststand, ist auch in absehbarer Zeit nicht mit einer Zinserhöhung zu rechnen, schon eher mit einer weiteren Reduzierung. Einzig Kreditnehmer können sich freuen, denn auch hier sinken die Zinsen. Wirklich überall? Oder ist das Ganze nur eine Mogelpackung?

 

Sparen und Kredite: was sich noch lohnt

Der EZB-Leitzins, der von der Europäischen Zentralbank festgelegt wird, wurde erst kürzlich auf 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 gab es die erste in einer Reihe von Senkungen, die damals um 0,5 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent stattfand. In nur fünf Jahren wurde also der Leitzins um über vier Prozent gesenkt. Durch die Senkung will man erreichen, dass wieder mehr Banken bei der EZB Kredite aufnehmen und diese für sie günstigen Konditionen auch an die Kunden weitergeben. Ob das tatsächlich immer so nach den Vorstellungen der EZB gehandhabt wird, steht auf einem anderen Blatt.

 

Dennoch ist es so, dass durch die Zinssenkung bei den meisten Banken die Darlehen für die Kunden attraktiver werden. Durch die verbilligten Kredite wird die Wirtschaft angekurbelt und die Konjunktur belebt – so der Plan. Gerade für die europäischen Krisenländer sind die Zinssenkungen von Vorteil – zumindest für die Banken. Denn dort werden die vergünstigten Konditionen oft nicht an den Endverbraucher weitergegeben. Die Senkung kam für viele überraschend, weil die Wirtschaft der EU-Länder die Rezession nicht nur verlassen hat, sondern weil, so prognostiziert die EZB selbst, die Wirtschaft 2014 wieder wachsen soll. Dennoch schließt man nicht aus, dass der Leitzins weiter gesenkt wird und sogar ins Minus rutschen kann.

 

Auf Sparer kommen nun noch schwerere Zeiten zu, als in der Vergangenheit bereits. Laut Finanzexperten lohnt es sich derzeit nicht mehr, Geld auf der Bank zu deponieren, um es anzusparen. Wird eine weitere Senkung des Leitzinses veranlasst, dann können auf der Bank deponierte Gelder den Sparern sogar etwas kosten.

 

Eine von FinanceScout24 durchgeführte, repräsentative Umfrage hat ergeben, dass die Deutschen mehr Kontrolle, Transparenz und Sicherheit bei ihren Finanzen möchten. Dabei wollen 86 Prozent der Befragten ihr Geld am liebsten ohne fremde Hilfe anlegen. Zwar ist bei rund 77 Prozent der Befragten ein Tagesgeldkonto vorhanden und auch wichtig, ob dies in Zukunft allerdings weiterhin der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Denn, wenn der EZB-Leitzins weiter gesenkt wird und die Sparer gar keine Zinsen mehr bekommen oder sogar draufzahlen, sieht das vermutlich schon ganz anders aus. Dann müssten sich viele nach Alternativen umsehen.

Weitere hilfreiche Informationen finden Interessierte unter: http://www.welt.de/finanzen

Bild 1: Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main, Bildquelle: commons.wikimedia.org, © Epizentrum (CC BY-SA 3.0)

Bild 2: Wie wirkt sich die Leitzinssenkung auf die Gelder der Menschen aus? Bildquelle: de.wikipedia.org, ©

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