Der Aufwärtstrend der Edelmetalle scheint (vorerst) beendet. Dieses Jahr hat Gold rund 25% verloren, Silber sogar noch mehr. In Euro gerechnet wurde bei Gold mit knapp 890 EUR je Feinunze der tiefste Stand seit Juli 2010 erreicht.
Von Commerzbank Commodity Research
Der Aufwärtstrend der Edelmetalle scheint (vorerst) beendet. Denn diese haben gestern allesamt einen Großteil ihrer in den vergangenen Tagen angehäuften Gewinne wieder abgegeben. Gold verlor zwischenzeitlich mehr als 30 USD, fiel auf ein Wochentief von 1.223 USD je Feinunze, und beendete den Handel mit einem Minus von 2,1%. In Euro gerechnet wurde mit knapp 890 EUR je Feinunze der tiefste Stand seit Juli 2010 erreicht.
Mit einem Minus von fast 4% verzeichnete Silber noch größere Verluste und rutschte wieder deutlich unter die Marke von 20 USD je Feinunze. Platin und Palladium verbilligten sich um 1,5% bzw. 2,7%. Die Abwärtsbewegung begann am Morgen mit einer Rede von EZB-Präsident Draghi, obwohl dieser nichts Neues zu entnehmen war. Am Nachmittag kamen abermals gute US-Konjunkturdaten (vor allem Einzelhandelsumsätze) hinzu.
Dies sowie die gestrige Zustimmung des US-Repräsentantenhauses zum am Dienstag ausgehandelten Haushaltskompromiss erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed bald mit der Reduzierung ihrer Anleihekäufe beginnt – möglicherweise schon nächste Woche. Begleitet wurde der Preisrückgang von hohen ETF-Abflüssen.
Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs wurden um 7,6 Tonnen abgebaut. Dies war der höchste Tagesabfluss seit Oktober. Bei den Silber-ETFs kam es schon vorgestern zu Abflüssen von fast 100 Tonnen. Und auch die Palladium-ETFs meldeten gestern Abflüsse von gut 14 Tsd. Unzen. Einzig bei den Platin-ETFs werden die Bestände weiter aufgebaut.



