Weil die NSA in Brasilien schnüffelt, entgeht Boeing ein Milliarden-Auftrag für Kampfjets. Verteidigungsminister Celso Amorim kündigte am Mittwoch überraschend an, sein Land werde 36 Kampfflugzeuge vom schwedischen Saab-Konzern für 4,5 Milliarden Dollar kaufen.
Die Spionagetätigkeit des US-Geheimdienstes NSA hat Boeing offenbar einen Milliarden-Auftrag der brasilianischen Luftwaffe verhagelt. Verteidigungsminister Celso Amorim kündigte am Mittwoch überraschend an, sein Land werde 36 Kampfflugzeuge vom schwedischen Saab-Konzern für 4,5 Milliarden Dollar kaufen. Noch zu Jahresanfang galt das US-Unternehmen als aussichtsreichster Bieter. "Das NSA-Problem hat es den Amerikanern verdorben", sagte ein Regierungs-Insider. Brasilien sei zu dem Schluss gekommen, dass man einem US-Konzern nicht trauen könne. Den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden zufolge zapfte der Geheimdienst die Telefongespräche und E-Mails von Präsidentin Dilma Rousseff an.
Boeing nannte die Entscheidung in einer Erklärung enttäuschend. Man wolle jedoch weiter mit Brasilien im Verteidigungssektor zusammenarbeiten. Saab nahm zunächst nicht Stellung.
Um den Auftrag hatte sich auch der französische Konzern Dassault Aviation beworben. Noch vergangene Woche machte sich der französische Präsident Francois Hollande bei einem Besuch in Brasilien für die Rafale-Kampfflugzeuge stark. Boeing hatte seinerseits die F/A-18 Super Hornet gegen Saabs Gripen-NG-Maschinen ins Rennen geschickt.



