Lettland ist in der Neujahrsnacht als 18. Staat dem Euro beigetreten. Premierminister: „Ich kann Ihnen versichern, Deutschlands Steuerzahler müssen nicht für uns einstehen“. - Es ist allerdings erst fünf Jahre her, dass Lettland mit einem Notkredit der Europäischen Union "gerettet" werden musste.
Lettland ist in der Neujahrsnacht als 18. Staat dem Euro beigetreten. Der amtierende Ministerpräsident Valdis Dombrovskis zog in der Hauptstadt Riga symbolisch den ersten Schein der Gemeinschaftswährung aus einem Geldautomaten. Der Eintritt in die Euro-Zone sei keine Entschuldigung, auf eine verantwortungsbewusste Finanzpolitik zu verzichten, warnte er.
„Ich kann Ihnen versichern, Deutschlands Steuerzahler müssen nicht für uns einstehen“, sagte der lettische Premierminister Valdis Dombrovskis jüngst in einem Gespräch mit der F.A.Z. in London.
Sein Land sei wirtschaftlich gefestigt und nicht in Gefahr, zum nächsten Notfallpatienten in der Eurozone zu werden. Es ist allerdings erst fünf Jahre her, dass Lettland mit einem Notkredit von 7,5 Milliarden Euro der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor einer drohenden Zahlungsbilanzkrise bewahrt.
Lettland mit zwei Millionen Einwohnern - etwas weniger als Thüringen - wurde 2008 von der Finanzkrise schwer getroffen. Nach einem rigiden Sparkurs lag das Wirtschaftswachstum dann 2012 bei 5,6 Prozent, der schnellste Anstieg in der Europäischen Union.
Lettland sei nach diesen Anstrengungen nun so stark wie noch nie, erklärte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zum Beitritt. Damit setze es ein Zeichen der Hoffnung für die Staaten, die nun ihrerseits "einen schwierigen wirtschaftlichen Anpassungsprozess durchmachen".
Der Euro-Raum umfasst damit 333 Millionen Menschen.



