Wer an Degussa denkt, der denkt an altes deutsches Traditionsunternehmen. Dem ist aber offenbar nicht so. Ein Gericht entschied nun, dass nicht mehr mit dem Slogan: "Gold und Silber seit 1843" geworben werden darf.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spot nicht zu sorgen: die Goldhandelsfirma "Degussa" hat offenbar mit der altehrwürdigen "Deutschen Guss- und Scheideanstallt" nichts zu tun - entschied nun ein Münchener Gericht. Deshalb darf in Zusammenhang mit "Degussa" nicht mehr mit dem Slogan "Gold und Silber seit 1843" geworben werden. Ein gefundenes Fressen für alle geldsystemgläubigen Edelmetallhasser:
Die Welt schreibt:
Es schien so einfach wie überzeugend: Man heuert einen Ökonomen an, der schon seit Jahren den geldpolitischen Untergang der westlichen Welt prophezeit, und man kauft sich dazu einen alten deutschen Markennamen, den jeder mit Edelmetallen verbindet – und schon hat man die perfekte Marketing-Maschine, um vom Gold-Irrsinn der Deutschen maximal profitieren zu können.
Genau das tat Milliarden-Erbe August von Finck, indem er 2010 eine Goldhandelsfirma gründete. Dazu ließ er den notorischen Schwarzseher Thorsten Polleit fortan für sein Haus die ökonomischen Grundlagen formulieren, die für die Goldanlage sprechen.
1999 war die Veba Hauptaktionär von Degussa geworden, Veba verband sich mit Viag zu E.on, E.on lagerte das Edelmetallgeschäft an die belgische Umicore aus. Der Name Degussa landete auf verschlungenen Pfaden bei Evonik – mit Gold und Silber hatte die Firma dabei aber schon längst nichts mehr zu tun.
Dennoch gaukelte das neu gegründete Goldhandelshaus den Kunden eine die Jahrhunderte überdauernde Tradition vor – bis jetzt. Denn nun hat das Oberlandesgericht München der Firma in zweiter Instanz verboten, diese Werbeaussagen weiter zu nutzen. Sie suggeriere damit eine Unternehmenskontinuität, die es überhaupt nicht gibt.



