Die Grünen erwägen, Projekte der Großen Koalition im Bundesrat auszubremsen. „In einem solidarischen Zusammenspiel zwischen Ländern und Bund liegt unsere Stärke und macht uns dadurch zur führenden Kraft der Opposition“, sagte der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, Handelsblatt Online. Der Fokus liegt dabei, wie Kellner weiter sagte, auf den Themen Klimaschutz, Energiewende und Bürgerrechte. „Dabei werden wir so manches Mal einer Großen Koalition Paroli bieten, die auf dreckige Braunkohle statt Klimaschutz setzt oder auf Überwachung statt Freiheit.“
Um ihre Kräfte zu bündeln wollen die Grünen zudem nach Informationen des Handelsblatts ein neues Bund-Länder-Referat in der Parteizentrale einrichten. Auf diese Weise soll grüne Politik in Bund und Ländern weit stärker als bisher koordiniert werden. Damit versucht die neue Parteispitze, das Heft in die Hand zu nehmen - bislang lief die Koordinierung vor allem zwischen den in den Ländern regierenden Grünen.
Die Abstimmung war bisher einfacher, weil die Grünen in Baden-Württemberg, NRW, Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz mit der SPD regieren - und im Bundestag mit den Sozialdemokraten Opposition machen konnten. Nun kommt die Partei in die verzwickte Lage, dass sie im Bundesrat nur gegen die schwarz-rote Bundesregierung opponieren kann, wenn sie zugleich ihren Partner in den Ländern brüs! kiert. Die schwarz-grüne Koalition in Hessen macht das nicht einfacher.



